Leserbrief
Weitere Lesermeinungen zur Ständeratswahl im Kanton Zug

Zum zweiten Wahlgang der Ständeratswahlen im Kanton Zug am 17. November

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Ich habe den Brief vom SVP-Kandidaten erhalten und gelesen. Finde keine Angaben oder gar ein Logo zur Parteizugehörigkeit, wie auch auf den Plakaten an den Strassenrändern. Ich frage mich: Stellt sich hier ein Kandidat als «Wolf im Schafspelz» zur Wahl, oder kaufen wir die «Katze im Sack»? Der Wähler soll es sich gut überlegen.

Gion Peder Uffer, Steinhausen


Nach Wikipedia ist die Integrität eine ethische Forderung des philosophischen Humanismus nach möglichst weitgehender Übereinstimmung zwischen den eigenen Idealen und Werten und der tatsächlichen Lebenspraxis. So weit, so gut. Im Zuge des kürzlich in der Weltwoche publizierten Artikels zu den Ständeratswahlen im Kanton Zug muss die Frage erlaubt sein, wie es denn um die Integrität des Ständeratskandidaten der FDP steht, zumal er mit diesem Begriff für sich wirbt? Ich hätte mir gewünscht, dass diese unschöne Sache schon bei der Nominationsversammlung vom 28. März thematisiert worden wäre, welche nur ein paar Tage nach den kritischen Fragen der «Zuger Zeitung» abgehalten wurde. Wusste die Parteileitung der FDP Kantonalpartei von diesen unbeglichenen Kurskosten des dannzumal noch nicht nominierten Ständeratskandidaten? Hätten die FDP-Parteimitglieder ihn wohl nominiert, sofern dieser offen, ehrlich und transparent orientiert hätte? Wäre es wohl zur Nicht-Nominierung gekommen, analog zur Nicht-Nominierung der heutigen FDP-Kantonalpräsidentin vor der Regierungsratswahl von vor einem Jahr, nachdem diese die Versammlung über eine unschöne Geschichte in ihrer Wohngemeinde Steinhausen orientiert hatte? Fragen, die sich alle Wahlberechtigten stellen müssten vor ihrer Abwägung, wem sie am 17. November ihre Stimme als glaubwürdigem und integrem Zuger Standesvertreter geben.

Daniel Gruber, Zug


Nun ist es also auch bei uns so weit: Die SP-Kantonsratsfraktion verlangt Massnahmen im Umgang mit den sogenannten Dreckschleudern; also Fahrzeugen mit hohem CO2-Ausstoss. Wobei mit dem Begriff «Dreck» etwas vorsichtig umgegangen werden sollte, ist doch CO2 bekanntermassen Pflanzennahrung und kein Dreck. Aber gut, auf immer weiteren Ebenen soll dem Bürger und der Bürgerin vorgeschrieben werden, wie er oder sie zu leben hat. Der Staat soll uns sagen, was wir essen und trinken sollen, oder nun welche Fahrzeuge wir gefälligst zu fahren haben. Das ist für liberal und freiheitlich denkende Menschen eine hochgradig bedenkliche Entwicklung.

Was aber hat das mit der Ständeratswahl zu tun? Die Wählerinnen und Wähler sollten sich fragen, welche Partei wenigstens versucht, sich für möglichst viel Freiheit des Einzelnen einzusetzen.

Auf die FDP ist ja leider kein Verlass mehr. So befürwortet sie zum Beispiel die Installierung einer gigantischen Geldumverteilungs-Maschinerie nach sozialistischem Vorbild (CO2-Gesetz). Auch war es die FDP, die im Nationalrat dafür gesorgt hat, den zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub durchzubringen. Die FDP steht also heute für den Ausbau des Sozialstaates! Urliberale Anliegen zählen nichts mehr. Fakten, welche sich stramme FDP-Wähler bewusst machen sollten. Daher gibt es nur einen einzigen wählbaren Kandidaten.

Steffi Hohberg, Unternehmerin, Zug


Mit einem ganzseitigen Inserat wirbt die FDP Lobby für ihren Ständeratskandidaten. Aber nicht alle Personen, – mein Name ist ohne mein Einverständnis auch auf der Liste – stimmen für ihren Kandidaten. Nur mit einem gekünstelten Lächeln auf dem Wahlplakat wird in Bern nichts erreicht.

Wir brauchen in Bern einen Mann mit einem Leistungsausweis und einen Vermittler wie den SVP-Kandidaten. Schon als Baudirektor hat der Kantonsrat viele seiner Projekte genehmigt und er hat sie realisiert. Nur die Besserwisser haben das Stadt-Tunnelprojekt verhindert, auch mangels Unterstützung der FDP. Heute will aber die FDP mit ihrem neuen Baudirektor eine baldige Lösung des Verkehrsproblems in der Stadt! Wie?

Auch beim Esaf in Zug hat der SVP-Kandidat, mit Thomas Huwiler zur Seite, ein starkes Zeichen als Organisator und Macher gesetzt. Allen Pessimisten zum Trotz hat er mit seiner Persönlichkeit ein grossartiges, ja unvergessliches Fest organisiert. Er hat für die Stadt Zug und den Kanton Zug, mit all seinen Helfern, einmalige Anerkennung und Ehre eingelegt.

Als Finanzdirektor hat er bis heute gute und seriöse Arbeit geleistet. Bei den notwendigen Verbesserungen für den Kanton Zug beim NFA hat er an vorderster Front verschiedene Kompromisse ausgehandelt und einige Verbesserungen erreicht. Weitere werden folgen, wenn er nach Bern gewählt wird. Geben wir ihm die Chance sich zu beweisen nach dem Motto: Den SVP-Vertreter gewählt, gut gewählt.

Benedikt Hegglin, Zug


Eine Flyeraktion im Bahnhof Zug ist aufschlussreich. Gefragt sind Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, die für den Kanton Zug wählen dürfen. Ich bin für die Kandidatin der ALG auf Stimmenfang.

Hier eine Auswahl an Reaktionen: «Tut mir leid, ich darf nicht wählen. Aber sie hätte meine Stimme»; «Ich habe sie schon gewählt»; «Ich bin für die SVP, ha, ha»; «Interessiert mich nicht»; «Ich darf leider nicht wählen»; «Sorry, you missed me ...»; «Was wotsch wähle»; «Wählen? Nur was für Alte»; «Klar hab ich sie gewählt, auch wenn mein Mann ...»; «Jetzt erst recht ...».

Fast alle jungen Menschen im stimmfähigen Alter unter 25 Jahren zeigen kein Interesse an den Wahlen. Mehr als die Hälfte der Vorbeilaufenden spricht Englisch oder eine andere Fremdsprache. Frauen wählen mehrheitlich Frauen. Die Stimmung im Bahnhof Zug ist trotz des regnerisch-kühlen Wetters verschwörerisch optimistisch. Eine Frau als Ständerätin? Die Zeit ist reif. Haben Sie Mut, wählen sie die Kandidatin der ALG.

Katja Zuniga-Togni, Zug


Die Zuger Linke erreichte in den Nationalratswahlen zusammen mit dem Anteil der Grünliberalen fast einen Drittel der Stimmen. In den Ständeratswahlen sind die beiden Kandidaten der FDP und SVP im ersten Wahlgang gleichauf gewesen. Im zweiten Wahlgang ist auf dem Wahlzettel nur noch eine freie Linie – jede und jeder muss sich entscheiden. Kann die glaubwürdige und engagierte Kandidatin der Linken (und ja eigentlich auch der grünliberalen Wählerschaft) ihr Stimmenpotenzial ausschöpfen?.

Von den dreien ist übrigens nur der FDP-Kandidat ein glühender Verfechter des Majorzes, immer mit dem Argument der «Persönlichkeitswahl». Seine Kampagne aber ist gefühlt zu 90 Prozent eine reine FDP-Kampagne, unter anderem mit zahllosen «Inzestinseraten» (FDP-Parteimitglieder empfehlen FDP). Der zweite Wahlgang ist für ihn offensichtlich eine Parteiwahl, die FDP gibt viel Geld aus. Wie viel, wissen wir nicht, denn für Transparenz bei der Parteien- und Wahlfinanzierung sind nur die Alternativen Grünen und die CSP.

«So wie sie mich kennen»: In 12 Jahren Kantonsrat habe ich die Politik des FDP-Kandidaten gut kennen gelernt und deshalb mit Überzeugung die ALG-Kandidatin auf meinen Wahlzettel geschrieben.

Martin Stuber, Zug

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