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Dokumentarfilm über das Ägerital und seine Kinderheilstätten

In ihren Filmen beschäftigt sich Claudia Steiner mit Traditionen im Wandel der Zeit. Derzeit arbeitet sie an einem über das Ägerital. Dessen Rahmengeschichte sollte ursprünglich das Kinderhotel werden.
Christopher Gilb
Baustelle für das Kinderhotel in Unterägeri. Hier sollen jetzt stattdessen Residenzwohnungen entstehen. (Bild: Stefan Kaiser, 22. Oktober 2018)

Baustelle für das Kinderhotel in Unterägeri. Hier sollen jetzt stattdessen Residenzwohnungen entstehen. (Bild: Stefan Kaiser, 22. Oktober 2018)

Es sollte der letzte Akt der 133-jährigen Vereinsgeschichte werden: «Ein noch zu produzierender Dokumentarfilm über das Ägerital und seine Kinderheilstätten, verbunden mit dem Wunsch den Kurtourismus als moderne Form des kraftspendenden Ferienerlebnisses für Ägerital-Sattel ganz neu wieder zu entdecken.» So steht es im Jahresbericht 2017 des Kur- und Verkehrsvereins Unterägeri. Es war der letzte Bericht des Vereins. Mitte 2018 wurde dieser wie auch der Verkehrsverein Oberägeri durch den Verein Ägerital-Sattel Tourismus abgelöst. Die Filmidee hatte man da bereits an die Innerschweizer Dokumentarfilmerin Claudia Steiner herangetragen und für einen ersten Konzeptentwurf einen vierstelligen Betrag gesprochen. Seitdem hat sich einiges verändert.

Mitte 2018 nämlich wurde bekannt, dass der Investor der Überbauung am Baumgarten in Unterägeri dort wegen fehlender Rentabilitätsaussichten doch kein Kinderhotel realisieren wird. Stattdessen sollen jetzt Residenzwohnungen entstehen (siehe Box). Die Hoffnung vieler im Tal, man könne mit dem Hotel an alte Traditionen anknüpfen, wurde also nicht erfüllt. Ist damit auch das Filmprojekt zum Stillstand gekommen? Nein, den Film gebe es noch, aber mit etwas anderem Konzept, sagt Hansruedi Albisser, letzter Präsident des Kur- und Verkehrsvereins Unterägeri, auf Nachfrage und verweist an die Regisseurin Claudia Steiner.

Drei bis fünf Jahre für die Realisierung

«Zugesagt habe ich aus Interesse am Thema. Ich werde einen unabhängigen Dokumentarfilm als Autorin und Produzentin realisieren», erklärt Claudia Steiner am Telefon ihr Projekt.» Dass das Ägerital über Jahrzehnte ein Tal der Kinderheime gewesen ist, sei ihr als gebürtige Schwyzerin – kaum 15 Kilometer entfernt aufgewachsen – früher nicht bekannt gewesen. «Das hat mich inspiriert.» Und ja, das Kinderhotel als eine Art Schritt in die Zukunft hätte zwar anfänglich eine Rahmenhandlung für den geplanten Film sein sollen. «Nun hat sich das Konzept aber verändert und die Geschichte des Kinderhotels wird höchstens noch marginal als Beispiel für ein Projekt aus dem Bereich der Kurtradition thematisiert.» So etwas sei in einer Filmentstehung normal.

Die Regisseurin, die in Meggen wohnt, hat in den letzten Jahren unter anderem Dokumentarfilme wie «Tönis Brautfahrt, mit Sennenbauern über den Gotthard» oder «Das Erbe von Willy Amrhein, auf den Spuren des Künstlers in Engelberg und anderswo» gedreht.

Bezug zur Kurtradition

Im Film über das Ägerital mit dem Arbeitstitel «Wo Kinder spielten» würden nun drei unterschiedlich alte Bewohner des Tals, jemand 30-, jemand 50- und jemand 70-Jähriges begleitet werden. «Ich habe mit rund 40 Personen im Tal gesprochen. Die drei, die nun mitmachen, haben auf unterschiedliche Art und Weise einen Bezug zum alten Ägeri und zur Kurtradition», erklärt Steiner. Im Film ginge es dann darum, wie sie mit dem Tal und den Entwicklungen darin umgehen würden. «Es geht um die generelle Frage, wo noch kulturelle Werte vorhanden sind, wie wir unsere Werte in die Veränderungen unserer Zeit integrieren und was man den Nachkommen hinterlässt», so Steiner.

Doch bis der Film einmal fertig sei, werde es noch einige Zeit gehen, und das habe nichts mit dem Kinderhotel zu tun. «Einen Dokumentarfilm zu realisieren, braucht drei bis fünf Jahre, da nur beschränkt Fördermittel vorhanden sind», so Steiner. Als wichtiger Zwischenschritt habe sie nun die Projektentwicklung abgeschlossen. Bald gehe es an die Finanzierung.

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