Weniger Wasser, dafür gutes

Die Wasserversorgungsgenossenschaft Muri schliesst ein positives Geschäftsjahr ab.

Melanie Burgener
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Er brachte viel Regen und an einigen Orten späten Schnee. Fast schien es, als ob der Frühling 2019 dafür sorgen wollte, dass sich die extreme Trockenheit aus dem Vorjahr nicht wiederholte. Doch die darauffolgende Hitzeperiode in den Sommermonaten machte das Jahr 2019 dennoch zu einem der heissesten, seit die Messungen vor über 100 Jahren begonnen haben.

Das spürte auch die Wasserversorgungsgenossenschaft Muri. In ihrem Bericht aus dem Geschäftsjahr 2019/2020 verzeichnet sie einen markanten Anstieg des täglichen Wasserverbrauchs. 3860 m3 waren es am 30. Juni, dem Spitzentag im vergangenen Jahr. Im Gegensatz dazu sind die Erträge aus den Quellen um rund 30 Prozent gesunken. Das belegen die Zahlen, die dem Bericht zu entnehmen sind.

Heisser Sommer führt nur zu kleinem Verlust

Im Jahr 2019 konnten in Muri insgesamt 830444 m3 Wasser gefördert werden, das sind 129280 m3 weniger als im Jahr davor. Von dieser geförderten Menge wurden jedoch 119266 m3 nicht verrechnet. Der dadurch entstandene Verlust sei mit 14 Prozent jedoch im Bereich der Zielvorgabe, wie die Genossenschaft schreibt. Dementsprechend haben auch die Gemeinden, die in jedem Jahr Wasser von Muri beziehen, weniger erhalten. Benzenschwil hat 65510 m3, Boswil 1805 m3 und Buttwil 584 m3 Wasser bezogen.

Tiefe Nitratwerte sind den Landwirten zu verdanken

Der heisse Sommer hat der Qualität des Wassers aber keineswegs geschadet: Die kantonalen Wasseruntersuchungen haben durchgehend positive Resultate ergeben. Dem Jahresbericht ist zu entnehmen, dass die tiefen Nitratwerte im Wasser – der höchste Wert betrug 21 mg/l und liegt somit 19 mg unter dem Grenzwert – vor allem den Landwirten zu verdanken sei.

Auch die Tests zu Chlorothalonil seien gut ausgefallen. Dabei handelt es sich um ein Mittel gegen Pilzbefall, das per 2020 verboten wurde.

Zwar seien bei den Pumpwerken Lippertwiese I und II die aktuellen Grenzwerte um die Faktoren 2 bis 3 überschritten worden, doch handle es sich dabei um nicht toxische Metabolite, und das Wasser könne ohne Gesundheitsrisiko konsumiert werden.

Das Geschäftsjahr 2019/2020 der Wassergenossenschaft Muri, das am 31. März dieses Jahres abgeschlossen wurde, weist finanziell einen kleinen Verlust auf. Aufgrund der guten Finanzlage der Genossenschaft brauche es aber keine Massnahmen wie zum Beispiel eine Erhöhung der Tarife.

Mit sechs Rappen pro 1000 Liter Trinkwasser gehören diese bei der Wasserversorgungsgenossenschaft Muri übrigens zu den günstigsten in der ganzen Schweiz.