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Rotkreuzer Kindergärten haben auf Spielzeug verzichtet

Sechs Kindergärten in der Gemeinde Risch haben während acht Wochen auf Fertigspielzeuge verzichtet. Die Erfahrung ist gut, der «Spielzeugfreie Kindergarten» fördere wichtige Kompetenzen und stärke die Kinder fürs Leben.
Im spielzeugfreien Kindergarten werden die Kinder erfinderisch und bauen sich gemeinsam, was sie brauchen. (Bild: PD)

Im spielzeugfreien Kindergarten werden die Kinder erfinderisch und bauen sich gemeinsam, was sie brauchen. (Bild: PD)

Zirkusvorstellung im Kindergarten Waldegg C in Rotkreuz. Einige Kinder baumeln kopfüber am Klettergerüst, zeigen Akrobatik, basteln Billette oder spielen Raubtier, Clown und Zirkusdirektor. «Manchmal haben wir fast den ganzen Zirkus voller Hündchen», erzählt ein Junge. Die restlichen Kinder sind im Publikum und applaudieren begeistert.

Der Kindergarten Waldegg C ist einer von sechs Rotkreuzer Kindergärten, die sich während acht Wochen am Projekt «Spielzeugfreie Kindergärten» beteiligt haben. Andrea Habermacher (45), Kindergarten-Lehrperson in Rotkreuz, ist überzeugt von diesem Projekt: «Bei den Kindern soll dadurch Kreativität und Fantasie angeregt werden. Es geht um Selbstwirksamkeit: Von Grund auf etwas Neues zu kreieren und bei Schwierigkeiten eigene Lösungen finden.» Der spielzeugfreie Kindergarten fördere Kompetenzen, die man im weiteren leben brauche und die im schulischen Rahmen weniger geübt werden können.

Beide Systeme haben Vorteile

In den ersten zwei Wochen, so die Erfahrung in den teilnehmenden Kindergärten, seien die Kinder zufrieden mit Möbeln und ein paar Tüchern als Spielmaterial gewesen. «Wenn sie weitere Dinge wie Karton, Papier oder Stifte brauchten, durften sie danach fragen», so die Kindergarten-Lehrperson. Ebenso seien fast alle Regeln auf Null gesetzt worden, mit Ausnahme von: «Wir tragen Sorge zu uns selber, zu den anderen Kindern und zu den Möbeln». Habe sich jeweils gezeigt, dass weitere Abmachungen nötig seien, seien diese vorzu mit den Kindern besprochen worden. Auf die Frage, welches System ihr besser gefalle, angesprochen, meint Andrea Habermacher: «Ich würde nicht das eine gegen das andere ausspielen. In diesem Projekt üben sich die Kinder im Sozialen und es stärkt ihren Selbstwert. Selbstreflexion und Reden über Gefühle haben einen grösseren Stellenwert.» Zudem würden sie sprachlich grosse Fortschritte machen, da sie permanent am Verhandeln seien und viel Besprechen würden.

Aber auch der herkömmliche Kindergarten habe seine wertvollen Seiten. «Dort kann ich selber steuern und das üben, was jetzt eher zu kurz kommt: Aussprache, Feinmotorik oder Stiftführung», so Habermacher. Positives Feedback zum Projekt erhielt die Pädagogin unter anderem von den Eltern: «Sie nahmen das Ganze sehr positiv auf. Einige sagten mir, dass ihre Kinder wieder viel mehr zu Hause vom Kindergarten erzählen würden. In der Schlussrunde des Projekts berichte ein Junge von seiner Entdeckung. Er nutzte die Schubladen mit den Rädern: «Man muss zwei Stühle hineinstellen, dann hat man einen Bus.» Als die Kinder daraufhin gefragt werden, was sie im Spielzeugfreien Kindergarten vermissen, sind sie ratlos. In ihren Augen ist alles da, was sie zum Spielen brauchen. (red)

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