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Zug: Wenn die Bahn auf Gummi setzt

Die SBB sanieren ab heute den Bahnhof Steinhausen. Das bringt Schienenersatzverkehr von Zug bis Knonau. Auch anderswo wird kräftig gebaut.
Marco Morosoli
Der Bahnhof Steinhausen wird im Sommer komplett umgebaut und deswegen einen Monat gesperrt. (Bild: Maria Schmid (10. April 2018))

Der Bahnhof Steinhausen wird im Sommer komplett umgebaut und deswegen einen Monat gesperrt. (Bild: Maria Schmid (10. April 2018))

Die Schweiz besitzt das meistbefahrene Netz der Welt. Für diesen Satz haben die SBB wohl in ihren Computern einen Code reserviert, so häufig wird er gebraucht. Was bis anhin meist eher lokale Auswirkungen gehabt hat, ist in diesem Sommer zu einer grossen logistischen Ablauforganisation mutiert.

Auch im Kanton Zug baut die Staatsbahn. Die aus dem Jahre 1989 stammenden Gleisanlagen des Bahnhofs Steinhausen werden komplett ersetzt. Zudem wird das Lichtkonzept den heutigen Gegebenheiten angepasst. Die Folge: Es verkehren Busse von Zug und Knonau. Diese fahren in Zug früher ab und kehren später als derzeit aus dem Säuliamt nach Zug zurück. Der Schienenersatzverkehr fährt in Zug rund zehn Minuten früher ab und trifft ist zehn Minuten später in Zug ein. Dadurch werden in Zug die meisten Anschlüsse verpasst.

Die Bauarbeiten dauern bis zum 5. August und kosten laut einer SBB-Meldung rund 6,1 Millionen Franken. Auch in Ebikon (Zug – Luzern) werden noch bis am 17. Oktober Gleisbauarbeiten durchgeführt. Dabei verkehren an Randzeiten am Abend zwischen Ebikon und Luzern Busse. Am letzten Ferienwochenende (18./19. August) wird es eine Totalsperre geben. Diese beginnt am 18. August um 21.50 Uhr und dauert bis am darauffolgenden Montag (20. August) um 5.20 Uhr. Wie die SBB in einer Mitteilung schreiben, wird in Ebikon Geleise auf einer Länge von 1860 Metern ersetzt und werden rund 3200 Tonnen Schotter neu eingebracht. Hier sind neben der Stadtbahn auch die IR 70 (Zürich-Zug-Luzern) betroffen.

Ohne den Online-Fahrplan geht für einmal nichts

Die SBB raten dabei allen Reisenden, vor allem am Wochenende, den Online-Fahrplan zu konsultieren (www.sbb.ch). Ansonsten seien böse Überraschungen nicht ausgeschlossen. Die «Schweizer Eisenbahn Revue» nennt in ihrer Juni-Ausgabe 30 Grossbaustellen zwischen Genf und St. Margrethen. Läuft alles nach dem Ablaufschema, sanieren die SBB rund 55 Kilometer Geleise, wechseln 92000 Schwellen aus und erneuern rund 130000 Tonnen Schotter. Dabei sind rund 2000 Bauarbeiter und Fachleute im Einsatz.

Die wohl grösste Baustelle wird zwischen Puidoux-Chexbres und Lausanne eingerichtet. Auf diesem Streckenabschnitt, auf der für die Schweiz wichtigen Ost-West-Achse, verkehrt von heute Samstag bis am 26. August kein Zug. Lokal kommen Busse zum Einsatz. Reisende nach Genf werden über die Jurasüdfuss-Linie geschickt. Die Verbindung ins Wallis läuft über die Strecke von Puidoux-Chexbres nach Vevey.

Auch in St. Gallen werden Gleise erneuert, was die Verbindungen in die Ostschweiz tangiert. Es gibt auf längeren Abschnitten Einspurverkehr. Viele Züge sind betroffen. So verkehrt der Eurocity von Zürich nach München und umgekehrt nur von, respektive bis St. Gallen. Erschwerend kommt hinzu, dass auch noch die SOB im Bereich von St. Gallen Bauarbeiten durchführen. Die Strecke zwischen St. Gallen St. Fiden bis Wittenbach ist neun Wochen lang komplett gesperrt. Auch im Bereich des Hauensteintunnels sind noch bis am 13. August Arbeiten im Gang, die Zugausfälle nach sich ziehen.

SBB erstellten einen Sommerfahrplan

Wohl das erste Mal haben die SBB einen Sommerfahrplan in Kraft gesetzt. Da dürfte die Staatsbahn froh sein, dass es den schweizweiten Fahrplan nur noch in einer abgespeckten Form gibt und nicht von ihr herausgegeben wird. Denn der Wälzer wäre noch viel dicker geworden. Verschiedentlich darauf angesprochen, ob die Unterhaltsarbeiten, welche die SBB jahrelang vernachlässigt haben, nicht überall unter Betrieb ausgeführt werden können, werden von Mediensprechern dahingehend beantwortet: Bauen ohne Einschränkungen sei heute kaum noch möglich. Wie die «Schweizer Eisenbahn Revue» schreibt, brächten diese konzentrierten Unterhaltsaktionen auch einen finanziellen Bonus. So würde durch die konzentrierte Aktion in Puidoux-Chexbres die Summe von 19 Millionen Franken eingespart. Ob die Bahnnutzer daran auch so viel Freude haben?

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