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Wenn Landwirte zu Campingwarten werden: Grosse Nachfrage nach Zeltplätzen fürs Eidgenössische in Zug

Wer für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Zug noch eine Bleibe in der Nähe sucht, muss sich sputen. Dies spüren auch die Bauern, welche sich teilweise kaum noch vor Anfragen retten können.
Zoe Gwerder
Wie am letzten Esaf wird auch in Zug der Campingplatz voll sein. (Bild: Andreas Busslinger/Esaf, Estavayer, 27. August 2016)

Wie am letzten Esaf wird auch in Zug der Campingplatz voll sein. (Bild: Andreas Busslinger/Esaf, Estavayer, 27. August 2016)

Wenn im August Schwingfans aus der ganzen Schweiz nach Zug reisen, möchten viele von ihnen auch in der Nähe des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes (Esaf) logieren. Hotels und Campingplätze in Zug sind schon lange ausgebucht. Und auch der offizielle Esaf-Campingplatz, welcher sich über 23 Hektaren erstreckt, ist teilweise ausgebucht, wie der Geschäftsführer des Esaf Zug, Thomas Huwyler sagt. «Die Camperplätze für Wohnmobile sind alle vergeben, obwohl wir die Fläche für die Camper aufgrund der grossen Nachfrage noch vergrössert haben.» Einzig im Bereich, in dem die Zelte aufgestellt werden können, gebe es noch einige wenige Plätze. «Wir rechnen aber damit, dass wir in den nächsten Tagen ausgebucht sein werden. Die Nachfrage ist riesig.»

Dies spüren auch die Bauern rund ums Esaf-Gelände. Viele von ihnen werden von Anfragen fast überrannt. So auch Arno Christen vom Neuhof in Baar. «Eigentlich waren wir vom ganzen Rummel nicht so begeistert.» Als plötzlich eine Anfrage einer Gruppe Schwingfans kam, habe er diesen dann auch abgesagt. «Sie waren aber derart hartnäckig, dass ich nach der zweiten oder dritten Absage dann doch zusagte.» Er wird den rund 300 Personen 5000 Quadratmeter Land zur Verfügung stellen sowie seinen Wagenschopf. «Abgesehen vom Anmelden bei der Gemeinde und dem Ausräumen des Schopfes habe ich aber gar keinen Aufwand. Die Gruppe organisiert alles selber, inklusive Infrastruktur.» Weitere Anfragen habe er an Kollegen weitergeleitet.

Mehr Aufwand nimmt die Familie Freimann auf sich, deren Hof unmittelbar beim Festgelände steht. «Eigentlich wollten wir nichts machen, da uns das Theater rund um das Esaf auf unserem Land in den vergangenen Jahren gereicht hat», erinnert sich Philipp Freimann. Als dann aber plötzlich etliche Anfragen kamen, änderten sie ihre Position. «Wir haben ja den ganzen Trubel und nun schauen wir, dass wir auch etwas daran verdienen.» Auch bei Freimanns sind es Vereine und Gruppen, die auf den ebenfalls rund 5000 Quadratmetern logieren werden. «Zusätzlich werden auch unsere Garagen als Unterkunft benützt.» Bis zu 450 Personen erwartet Freimann. Die Infrastruktur stellen er und sein Team aber selber auf. Philipp Freimann rechnet damit, dass sie während rund einer Woche mit dem Aufstellen der Infrastruktur beschäftigt sein werden. Bereits mehrere Stunden habe er zudem für die nötigen Bewilligungen aufwenden müssen.

Erst wenige Anfragen hat Hans Bieri vom Hof im Talacher erhalten. Er sei von Kollegen die keinen Platz mehr haben weiterempfohlen worden. Aktiv auf der Suche nach Gästen sei er aber nicht. «Uns geht es nicht ums Geld, sondern eher darum, Hand zu bieten – eine Geste für das ganze Esaf.» Eigentlich sei er anfangs nicht so begeistert gewesen, dass das Esaf in Zug ausgetragen wird. «Ich habe aber Kollegen, die schwingen, und da hat es mir dann doch etwas ‹den Ärmel rein gezogen›.»

Schwinger statt Maschinen

Und auch südlicher, am Fusse des Zugerbergs, wird im August einigen Schwingfans Unterschlupf gewährt. Allerdings weder im Zelt noch im Wohnwagen. Der Maschinenschopf der Familie Horat vom Klosterhof wird dort zur Bleibe. «Ein Schwingklub aus Rapperswil kam vor zwei Jahren auf uns zu», erzählt Beatrice Horat. «Wir wussten am Anfang gar nicht, was die Gruppe will.» Danach hätten sie aber auch gleich angefangen, die Sache zu organisieren. «Als wir die WCs und Duschen organisieren wollten, meinte man aber auch dort, dass wir noch etwas früh dran seien.» Beim Klosterhof seien seither aber keine neuen Anfragen mehr eingegangen- ganz im Gegenteil zu ihren Berufskollegen rund ums Gelände, welche derzeit das Interesse am Grossanlass zu spüren bekommen.

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