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Algen im Zugersee: Wenn sattes Grün den Badespass verdirbt

Der Zugersee war in der vergangenen Woche an manchen Stellen voller schleimiger Algen. Ein eigentlich normales Phänomen, welches heuer aber zu einem ungewöhnlichen Zeitpunkt auftritt. Doch Besserung ist in Sicht.
Zoe Gwerder
Im Gebiet Choller sind inzwischen viele Algen ans Ufer gespült worden. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 7. Juni 2019)

Im Gebiet Choller sind inzwischen viele Algen ans Ufer gespült worden. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 7. Juni 2019)

Das Timing der Natur war denkbar ungünstig: Just auf den Start der Badesaison hin – als es Anfang Juni erstmals Temperaturen von 28 Grad und mehr gab – schwammen auf der Oberfläche des Zugersees viele grüne Gebilde aus schleimig wirkenden Algen. Insbesondere in Buchten, wie beispielsweise im Bereich Choller, schwammen die grünen Fetzen auf dem Wasser und unter der Wasseroberfläche. «Fädige Grünalge» heisst die Pflanze, welche in den vergangenen Tagen wohl so einigen Badegästen den Badespass verdarb.

Dass die Alge ausgerechnet mit dem Badestart auftauchte, sei auf das kühle Wetter in den vergangenen Monaten zurückzuführen. Insbesondere aber auf das plötzliche Stelldichein des Sommers, erklärt Peter Keller vom kantonalen Amt für Umwelt. «Im Frühling ist der Phosphorgehalt – also der Nährstoffgehalt – jeweils hoch.» Die Algen beginnen zu wachsen, sobald es warm und sonnig wird. «Weil es im Frühling lange kalt war, startete das Algenwachstum in diesem Jahr erst mit den ersten heissen Tagen Ende Mai.» Und da es schon fast hochsommerlich heiss wurde, fielen der Start der Badesaison sowie das Wachsen der fädigen Grünalge in denselben Zeitraum. «Normalerweise wächst diese Alge im Frühling, wenn das Baden im See noch kein grosses Thema ist», so Keller. In Badebuchten wie im Choller, wo Laub von den Bäumen für einen lokal höheren Phosphorgehalt sorgt, sei das Algenwachstum noch etwas stärker. «Zudem werden die Algen in solchen Buchten oft auch vom Wind angeschwemmt, wo sie dann mangels Wasserzirkulation auch bleiben.»

Der Zeitpunkt ist ungewöhnlich

Das Wachstum der Pflanzen sei in diesem Jahr nicht stärker als in anderen Jahren, sondern habe einfach später eingesetzt. Man könne es mit einem gedüngten Rasen vergleichen. «Verteilt man den Dünger im Februar passiert noch nichts. Wenn es dann aber sonnig und warm wird, spriesst der Rasen stark.»

Dass der Phosphorgehalt an der Seeoberfläche im Frühling jeweils seinen Höhepunkt erreicht, hat mit der Mischung im See zu tun. «Im Winter, wenn der ganze See eine Temperatur von rund 4 Grad hat, durchmischt sich das Wasser von oben mit jenem in der Tiefe – bis auf rund 80 Meter unter der Wasseroberfläche. Dadurch gelangt Phosphor aus der Seetiefe an die Seeoberfläche», erklärt Keller. Wasserpflanzen und frei schwimmende Algen nehmen dann Phosphor auf, um es bei ihrem Ableben wieder auf den Seegrund mitzunehmen. «Im Sommer ist dadurch an der Seeoberfläche nur noch wenig Phosphor vorhanden», so Keller. Dieses kommt dann erst wieder im Winter bei der Durchmischung an die Oberfläche.

Sieht es jetzt noch grün aus, ist der Badespass schon bald wieder gewährleistet. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 7. Juni 2019)

Sieht es jetzt noch grün aus, ist der Badespass schon bald wieder gewährleistet. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 7. Juni 2019)

Peter Keller hat für alle Badebegeisterten auch eine gute Nachricht. «Diese Alge wächst vor allem im Frühsommer während weniger Wochen.» Sieht es jetzt noch grün aus, ist der Badespass schon bald wieder gewährleistet. Ganz ohne Grün wird der See jedoch nicht bleiben. Mit dem Sommer beginnt auch das Seegras zu wachsen. Dieses unterscheidet sich aber von den freischwimmenden Algen. «Das Seegras ist im Boden verwurzelt. Es ist wichtig für die Fische, um sich darin zu verstecken.» Das Gras, welches sich beim Schwimmen auch mal um die Beine wickeln kann, bleibt dann auch länger. Gemäss Keller stirbt es erst im Herbst ab. «Aber die Pflanzen sind ja auch das Schöne am See. Man ist in der Natur und erlebt diese. Das ist viel spannender als im Hallenbad.»

Abgesehen von den Algen, die den Badespass möglicherweise stören, ist an einem Bad im Zugersee – aber auch im Ägerisee – nichts auszusetzen. So ist in beiden Seen die Badewasserqualität auf der besten Stufe A, wie vom Amt für Verbraucherschutz zu erfahren ist. Dieses prüft das Wasser während der Badesaison regelmässig auf gesundheitsrelevante Keime.

Auch diese Sitzbank beim Kanuklub Zug ist von Algen umgeben. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 7. Juni 2019)

Auch diese Sitzbank beim Kanuklub Zug ist von Algen umgeben. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 7. Juni 2019)

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