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Wenn zwei Kulturen aufeinandertreffen

Im Rahmen eines Austauschprojekts besuchten 20 indische Schüler eine Klasse der Kantonsschule Menzingen. Auch die Menzinger machten eine Reise.
Nils Rogenmoser
Strahlende Gesichter beim gemeinsamen Ausflug auf den Titlis. (Bild: PD)

Strahlende Gesichter beim gemeinsamen Ausflug auf den Titlis. (Bild: PD)

Das Herz eines Schweizer Sportfans schlägt bei einem spektakulären Plattwurf im Sägemehl, einem präzisen Handgelenkschuss auf dem Eisfeld oder einer tiefen Hocke auf der Skipiste höher – in Indien wird leidenschaftlich beim Cricket mitgefiebert.

Während Indien für seine authentisch duftenden Currys und Vielfalt von Gewürzen bekannt ist, stehen in der Schweiz traditionell Rösti oder Polenta auf dem Speiseplan. So gross die Differenzen der Kulturen, so lohnenswert die Gelegenheit, sich bei einem Zusammentreffen mit einer weltoffenen Einstellung weiterzubilden.

Abwechslungsreiches Programm

Das zweite Austauschprogramm der Kantonsschule Menzingen mit einer indischen Schulklasse bot dafür die ideale Chance. Durch die Finanzierung der beiden Stiftungen Mercator und Movetia ist das Projekt in diesem Ausmass erst möglich. Im Herbst besuchte die Menzinger Klasse Indien, nun war man während zwei Wochen selbst Gastgeber. Ein Blick auf das Programm versprach Spass und Abwechslung: Am 28. Juni stand ein Fest der Kulturen auf dem Plan, wo typische Mahlzeiten gekocht und musikalische und tänzerische Darbietungen aufgeführt wurden. Den 4. Juli verbrachten die beiden Schulklassen bei einem Ausflug in Luzern und auf dem Titlis und am 5. Juli wurden gemeinsam erarbeitete Teamprojekte präsentiert.

Der Mann hinter dem Austauschprojekt ist Peter Zwicky, Fachlehrer für Englisch und Geschichte an der Kantonsschule Menzingen. Man habe aus den Erfahrungen des ersten Austauschprogramms lernen können, erläutert er: «Bei der ersten Durchführung kamen die Inderinnen und Inder mitten im Semester, was organisatorisch anspruchsvoll war. Heuer waren wir besser vorbereitet und der Schulbetrieb wurde kaum eingeschränkt.» Auch am Projekt beteiligt war der Fachlehrer für Mathematik, Christof König Beatty. Er erklärt, dass man bereits beim Besuch in Indien viel über deren Mentalität habe erfahren können.

«In Indien nimmt man vieles mit Gelassenheit und ist oftmals spontan. Das kann positiv sein, aber auch dazu führen, dass die Planbarkeit erschwert wird.»

Auch funktioniere das indische Schulsystem komplett anders, so König Beatty weiter: «Ein Lehrer hat in Indien längst nicht so viel Autorität wie in der Schweiz. Dort wird vieles vom Schuldirektor entschieden.» Zufrieden stimmt Zwicky, dass dank des Austauschprogramms viele Erfahrungen gemacht werden konnten: «Die Schüler der beiden Klassen interagierten oft miteinander, was in schönen Kontakten und wertvollen Erlebnissen mündete.» Die zahlreichen Ausflüge, die von den Schülern selbst organisiert wurden, boten den Schweizer Schülern selbst die Chance, neue Orte ihres Landes erkunden können, so Zwicky abschliessend.

An insgesamt fünf Morgen arbeiteten die Schüler gemeinsam an verschiedenen Projekten zu gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Themen. Am letzten Schultag wurden diese dann gemeinsam vorgestellt. Interessiert hörten die Jugendlichen im prall gefüllten Klassenzimmer zu und machten sich Gedanken. Für das eine oder andere Schmunzeln sorgten die selbst gedrehten Videos. Sie zeigten den grossen Einsatz der Schüler auf und wie gut man sich untereinander verstand.

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