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Wer bezahlt kulturelle Übersetzer in Zug?

An gewissen Schulen sind sogenannte Kulturvermittler im Einsatz. Sie sind der SVP-Fraktion ein Dorn im Auge, weshalb sie beim Regierungsrat eine Kleine Anfrage eingereicht hat.
Laura Sibold

Am Orientierungsabend für Eltern, deren Kinder neu in Baar eingeschult werden, sind Kulturvermittler anwesend. Sie beantworten Fragen auf Portugiesisch, Kroatisch, Serbisch, Albanisch, Bosnisch, Arabisch, Türkisch, Kurdisch, Tamilisch sowie Tigrinya und sollen die Integration der Zugezogenen erleichtern. Das stösst nicht bei allen auf Verständnis. Kantonsrat Beni Riedi (SVP/Baar) hat im Namen der SVP-Fraktion am Mittwoch eine Kleine Anfrage beim Regierungsrat eingereicht. «Oberstes Ziel der Integration ist es, Deutsch zu lernen und nicht alles für die Zugezogenen in ihre Sprache zu übersetzen», sagt Riedi. Er appelliert an die Eigenverantwortung der fremdsprachigen Einwohner, die mit der Ablehnung des kantonalen Integrationsgesetzes von der Bevölkerung gefordert worden sei. «Es bringt nicht viel, Infoanlässe und Elterngespräche in zehn Sprachen anzubieten. Die Leute sollen von sich aus mehr für ihre Integration tun.»

Fragen nach dem Angebot und den Kosten

Mit der Kleinen Anfrage will die SVP-Fraktion in Erfahrung bringen, ob auch an kantonalen Schulen Kulturvermittler und Dolmetscher anwesend sind und wenn ja, wie häufig und für welche Sprachen solche Dienstleistungen 2015 bis 2018 in Anspruch genommen wurden. Weiter will die SVP wissen, wie hoch der finanzielle Aufwand war und ob dieser den Erziehungsberechtigen in Rechnung gestellt werden könne. «Das Übersetzen von Informationen an Schulorientierungen ist keine Staatsaufgabe. Wir dürfen erwarten, dass sich die Betroffenen wenn möglich finanziell beteiligen», so Riedi.

Er hat sich bereits Anfang Februar in einem Leserbrief zu den Kulturvermittlern geäussert. Auf Riedis Schreiben folgte ein Leserbrief von alt Kantonsrätin Anna Lustenberger. Darin betont die Baarer ALG-Politikerin, dass die Kulturvermittler zu einer besseren Integration beitragen würden. Sie sehe dies jede Woche beim Sprachentreff Asylnetz Baar, und lud Riedi ein, sich vor Ort selber ein Bild zu machen. Darauf angesprochen sagte Lustenberger am Telefon, Riedi sei bisher nicht aufgetaucht, dennoch sei das Thema wichtig. «Kulturvermittler sind Landsleute, die wichtige Informationen der Gemeinde in der Muttersprache der Zugezogenen erklären», erläutert Lustenberger:

«Je mehr eine Familie von Beginn an über Abläufe in der Gemeinde weiss, desto kleiner ist die Wahrscheinlichkeit, dass es später Probleme geben könnte.»

Bei den Baarer Schulen ist man vom Konzept mit den Kulturvermittlern nach wie vor überzeugt. «Zehn bis zwölf Übersetzer sind an unseren Elternabenden anwesend. Das hat sich bewährt», versichert Rektor Urban Bossard. Die Kulturvermittler seien eine von vielen Massnahmen, um Zugezogene bei der Integration zu unterstützen. «Wir machen das seit einigen Jahren und die Zufriedenheit ist gross», so Bossard. Neben Baar hatte auch Risch 2017 mit dem Projekt Netzwerk Schlüsselpersonen begonnen, welches auch Kulturvermittler beinhaltet.

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