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Leserbrief

Wer definiert «Behinderung»?

«Autisten sind die ehrlicheren Menschen», Ausgabe vom 29. Januar

Danke für den Beitrag «Autisten sind die ehrlicheren Menschen.» Mit dieser Aussage hat die Autorin ohne Zweifel recht. Bereits der Untertitel lässt jedoch mein Blut in Wallung geraten – sie führt den Artikel unter dem Begriff «Behinderung». Und sie benennt die Studienteilnehmer von Kristine Krug als normale und autistische Kinder. Normal wird definiert als der Norm entsprechend – aber: Wer hat denn diese Norm definiert? Die Norm gibt all denen, die mit Vielfalt und Andersartigkeit nicht umgehen können, einen Schutzmantel, indem sie legitimiert zu schubladisieren und einzuordnen (– wie gefährlich das ist, zeigen Geschichte und politische Aktualität mehr als eindringlich).

Menschen mit einer Störung im Autismusspektrum, insbesondere Menschen mit Asperger, gehen mit Ehrlichkeit, Geradlinigkeit, ohne Spielereien, Taktiererei usw. durchs Leben. Im Artikel sind das die behinderten Menschen. Was bedeutet denn dies im Umkehrschluss für alle normalen Menschen? Hallo? Ja, Menschen mit Asperger können sehr hartnäckig sein und sich einsetzen für ihre Ziele. Früher nannte sich das Zivilcourage, heute wird es belächelt ... Aber sind es nicht Menschen wie Greta, die mit ihrer Unbeirrbarkeit und Unaufgeregtheit, ganz ohne Schminke und Pomp Tausende von Menschen zu berühren vermag, an denen wir «Normalen» uns ein Beispiel nehmen sollten – insbesondere auch Sie, Herr Hock? Kennen Sie persönlich einen Menschen mit Asperger-Syndrom? Ich bitte die Autorin und ihr ganzes Kollegium inständig um achtsameren Journalismus.

Matthia Diener, Menzingen

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