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Wer dem Crypto Valley Zug das Wasser abgräbt

Ein Blick auf die Konkurrenz von Zug als Kryptostandort.
Wolfgang Meyer
Der Hauptsitz der Bank Frick in Balzers, Liechtenstein. Die Bank nimm Kryptofirmen als Kunden auf. (Build: PD)

Der Hauptsitz der Bank Frick in Balzers, Liechtenstein. Die Bank nimm Kryptofirmen als Kunden auf. (Build: PD)

Das pulsierende Crypto Valley Zug gerät ins Stocken. «Es wäre falsch, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Wenn wir nicht rasch und agil handeln, werden Firmen abziehen», mahnt Mathias Ruch von der Zuger Blockchain-Investmentfirma Lakeside Partners und spricht die derzeitige Bankensituation für Krypto-Start-ups an. Fast alle Schweizer Banken sperren sich, solchen Jungfirmen eine Bankverbindung zu gewähren, da sie befürchten, mit Geldwäschereigesetzen in Konflikt zu kommen.

Doch was in Zug noch hapert, gelingt in Liechtenstein. Und auch an anderen Standorten schläft der Gesetzgeber nicht – und schafft Klarheit in dem sich rasch entwickelnden neuen Feld. Rechtssicherheit ist für viele Start-ups eine zentrale Voraussetzung bei der Standortwahl. Welche Standorte graben dem Zuger Crypto Valley das Wasser ab? Und was muss Zug unternehmen, um weiterhin vorne mit dabei zu bleiben? Experten geben Antworten.

«In letzter Zeit wurde in Malta, Gibraltar, Liechtenstein und Berlin viel getan, um die eigene Position in der Blockchain-Community zu stärken», sagt Ian Simpson, Sprecher der Crypto Valley Association, auf Anfrage. Jeder dieser Orte habe andere Stärken und Schwächen, weshalb es schwierig sei, von einer direkten Konkurrenz zu sprechen. Doch die Branche sei volatil, meint der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler. In der Kryptobranche sei man nicht auf Infrastruktur angewiesen und könne von heute auf morgen abwandern. Die Association betont, dass es auch Unternehmen gebe, «die Teile ihres Teams in Zug, andere Teile in Berlin und eine juristische Niederlassung andernorts haben».

Man sollte Regionen statt Städte vergleichen

Mathias Ruch bringt noch eine weitere Sichtweise ins Spiel: «Wenn man den Markt global betrachtet, lässt sich Zug nur schlecht als eigenständiger Player analysieren. Viel eher würde man Europa, die USA und Asien miteinander vergleichen.» Das Crypto Valley versteht er im grösseren Kontext von Zürich und Liechtenstein. «Hier ist auf verhältnismässig wenig Raum viel Know-how vorhanden.» Im asiatischen Bereich nennt er Japan, Hongkong, Peking und Singapur, die aufgrund des immensen asiatischen Marktes wichtige Player seien.

«Beim Internet wurden wesentliche Entwicklungen in der Schweiz getätigt, die grossen Gewinne aber im Ausland, insbesondere den USA, eingefahren. Den gleichen Fehler sollten wir kein zweites Mal machen»
Heinz Tännler, Zuger Finanzdirektor

In der Schweiz macht zurzeit – wie eingangs erwähnt – besonders Liechtenstein von sich reden. Denn die Liechtensteiner Bank Frick lässt sich auf die neue Klientel ein. «Unsere Dienstleistungen werden von Unternehmen aus ganz Europa stark nachgefragt. Denn die Unternehmen wissen, dass wir sie dabei unterstützen, ihre Geschäftsmodelle mit Blockchain-Bezug im Einklang mit bestehenden europäischen Regularien umzusetzen», erklärt Chief Client Officer der Bank Frick, Hubert Büchel. Das Ziel der Bank mit Hauptsitz in Balzers sei es, «das Kryptobanking mindestens auf das Qualitätsniveau des klassischen Bankings zu bringen». Die Crypto Valley Association mit Sitz in Zug sieht in der Schweiz diesbezüglich dringenden Handlungsbedarf: «Selbstverständlich ist der Zugang zu Bankdienstleistungen eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass Kryptounternehmen in Zug und in der grösseren Crypto-Valley-Region Geschäfte machen können.»

Der Bund bewegt sich

Der Zuger Regierungsrat pflichtet dieser Einschätzung bei und bemüht sich, die Berner Mühlen in Gang zu bringen. «Zusammen mit meinem Zürcher Kollegen Ernst Stocker bin ich diesbezüglich bei Bundesrat Ueli Maurer vorstellig geworden», führt Finanzdirektor Tännler auf Anfrage aus. «Beim Internet wurden wesentliche Entwicklungen in der Schweiz getätigt, die grossen Gewinne aber im Ausland, insbesondere den USA, eingefahren. Den gleichen Fehler sollten wir kein zweites Mal machen», meint er. Deshalb habe Bundesrat Maurer einen runden Tisch zum Thema einberufen, und die Schweizerische Bankiervereinigung nehme sich nun des Themas an.

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