Leserbrief

Wer entscheidet über die Realität?

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Die Beurteilung über die Gefährlichkeit des Covid-19-­Virus sowie die Bekämpfung desjenigen wurde grossmehrheitlich vom Gedankengut des deutschen Virologen Christian Drosten (Institutsdirektor an der Charité in Berlin) geprägt. Die Regierungen, welche die drastischen Massnahmen mit Lockdown und die jetzigen wieder verschärften Vorsichtsmassnahmen verhängten, übernehmen dessen Theorien.

Vor ein paar Jahren verbreitete derselbe Herr Drosten bei der Schweinegrippe seine Horrorszenarien betreffend Todesfälle, die damals glücklicherweise niemals eingetroffen sind. Auch in diesem Frühjahr gehörte er zu den Panikmachern und auch diesmal liegt er zum Glück weit daneben. Dies sei dem Lockdown zu verdanken, sind nun die Argumente der Befürworter jener Strategie. Dazu gibt es allerdings andere Ansichten, beispielsweise jene von Dr. Wolfgang Wodarg (Internist-Pneumologie, Facharzt für Hygiene und Umwelt, Sozialmedizin). Seine Aussagen zum Lockdown: «Dieser war in vieler Hinsicht schädlich und laut Daten des Robert-Koch-Instituts klang die Infektionswelle vor seinem Beginn auch ohne Lockdown längst ab.»

Die jetzt herbeigeredete zweite Welle ist nur durch die hochgefahrenen Tests entstanden. Der Test sagt nicht viel aus und ist zudem fehleranfällig. Die Anzahl positive Befunde – das ist nicht gleich krank – im Verhältnis zur Anzahl Tests befindet sich im Vergleich zum Frühjahr auf sehr bescheidenem Niveau. Auch sterben praktisch keine Menschen mehr und die virusbedingten Notfälle sind marginal.

Schon länger gibt es viele Argumente, die gegen eine Maskenpflicht sprechen. Es sei die Frage erlaubt, weshalb jede Sichtweise, die nicht jener der Regierungen entspricht, als Verschwörung und realitätsfremd verunglimpft wird? Die Mehrheit der Bevölkerung befolgt zwar die verhängten drastischen Massnahmen noch kritiklos. Doch der Widerstand wächst. Es ist die Zeit gekommen für die Entscheidungsträger, die Einbahnstrasse zu verlassen und die andere Sichtweise zur Coronathematik nicht einfach zu ignorieren.

Massnahmen, die mehr Schaden als Nutzen bringen, sind unethisch und müssen unterbleiben. Nur die wirklich gefährdeten, meist alten oder immunschwachen Menschen sollten geschützt werden. Es ist wie bei jeder Grippewelle: Man kann die Ausbreitung des Virus nicht verhindern, aber Gefährdete schützen.

Bruno Seiler, Zug