Leserbrief

Wer trägt die Verantwortung?

Zur Klimadebatte

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Grundlegend für den zukünftigen Erfolg der Klimastreikbewegung ist es, dass uns bewusst ist, wer in der Klimafrage die Verantwortung trägt. Dies sind nicht Einzelpersonen, sondern politische Entscheidungsträgerinnen und -träger. Die Fragen, ob wir mit dem Flugzeug in die Ferien fliegen oder Fleischkonsum vertretbar ist, haben ihre Daseinsberechtigung, sind jedoch im Hinblick auf die Lösung der Klimakrise zweitrangig. Das Märchen, dass wir mit unserem individuellen Verhalten die Krise aufhalten können, wurde uns jahrelang von den Reichen und Mächtigen eingetrichtert, die mit ihrem klimaschädlichen Verhalten grosse Profite machen.

Nur 100 Firmen sind für mehr als 70 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich (Carbon Majors Report, CDP, 2017). Weil die eingesparten Emissionen einer Einzelperson kaum ins Gewicht fallen und wir Menschen aufgrund von sozialen Umständen nicht so frei in unseren Entscheidungen sind, wie wir dies häufig denken, werden Massnahmen, die nur auf Freiwilligkeit basieren, nicht funktionieren. Nur klare politische Richtlinien für die Wirtschaft und die Bevölkerung werden zu einer nennenswerten Reduktion der Treibhausgasemissionen führen. Trotzdem sind wir der Klimakrise nicht machtlos ausgeliefert, wir können und sollen durch unser politisches Engagement einen entscheidenden Beitrag leisten.

Julia Küng, Nationalratskandidatin Junge Alternative, Zug