WETTBEWERB: Erfolgreiche Zuger Forscher

Unterschiedlicher könnten die Arbeiten nicht sein: Die einen befassen sich mit einer Lageregelung, der andere mit Sechsbeinern. Eines haben sie aber gemeinsam – das Prädikat sehr gut.

Samantha Taylor
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Nico Lüthi, Adrian Peloso (Bild oben) und Andreas Biri (rechts) haben bei «Schweizer Jugend forscht» überzeugt.

Nico Lüthi, Adrian Peloso (Bild oben) und Andreas Biri (rechts) haben bei «Schweizer Jugend forscht» überzeugt.

Vier junge Zuger Forscher können sich freuen. Sie haben am Finalwettbewerb von «Schweizer Jugend forscht», der vom 2. bis zum 4. Mai stattfand, sehr gut abgeschnitten. Bei den Gewinnern handelt es sich um eine diesjährige und zwei letztjährige Maturaarbeiten von Schülern der Kantonsschule Zug. So erhielten Nico Lüthi aus Zug und Adrian Peloso aus Cham für ihre Arbeit «Mikrocontrollergestützte Lageregelung durch Brushless-Motoren» das Prädikat sehr gut. Die beiden jungen Männer haben eine Konstruktion realisiert, bei der zwei Motoren an einer Art Arm, ähnlich wie eine waagrechten Schaukel befestigt sind und diesen jeweils ausbalancieren. «Die beiden haben das ganze Gerät von Grund auf selbst geplant und gebaut. Das ist eine riesen Leistung», erklärt ihr Betreuer Thomas Jenni. Anwendung findet dieses Objekt gemäss Jenni vor allem im Ausbildungsbereich.

Einmal «hervorragend»

Ebenfalls mit dem Prädikat sehr gut wurde die Arbeit des Stadtzugers Andreas Biri ausgezeichnet. Unter dem Titel «A Hexapods Gaits – how a cockroach moves» untersuchte er, wie ein sechsbeiniger Bewegungsapparat funktioniert. «Meine Idee war, den Leuten bewusst zu machen, wie viel es für das Gehen braucht und welche Mechanismen dabei zum Einsatz kommen», erklärt Andreas Biri. Dazu hat er entsprechende Literatur konsultiert, Berechnungen durchgeführt und schliesslich einen Roboter gebaut. Auf die Auszeichnung ist der ETH-Student stolz. «Ich habe diese Arbeit eigentlich einfach als Maturaarbeit geplant und dachte danach, dass es interessant für diesen Wettbewerb sein könnte. Dass ich dieses Prädikat erhalten habe, freut mich natürlich sehr.»

Die dritte Arbeit, die aus dem Kanton Zug eingereicht wurde, erzielte gar das Prädikat hervorragend. Hinter der Arbeit mit dem Titel «Psychological Consequences of Rare Diseases» steht Iliana Mebert. Die junge Frau untersuchte die Auswirkungen seltener Krankheiten auf die menschliche Psyche. Iliana Mebert hat ausserdem einen Sonderpreis erhalten und kann an einem internationalen Projektwettbewerb in Novo Hamburgo in Brasilien teilnehmen.

Mehr Frauen als Männer

Insgesamt haben sich am diesjährigen Wettbewerb der Stiftung «Schweizer Jugend forscht» 113 Jugendliche aus 17 Kantonen der Schweiz teilgenommen. Gemessen haben sie sich mit 92 wissenschaftlichen Projekten. Gemäss Angaben der Organisatoren sind das so viele wie noch nie zuvor. Ebenfalls so hoch wie nie zuvor sei die weibliche Beteiligung am Wettbewerb. So haben sich im Vergleich zum Vorjahr dreimal so viele junge Frauen für die Veranstaltung qualifiziert. Damit nahmen in diesem Jahr erstmals mehr Jungforscherinnen (59) als Jungforscher (54)teil. Bewertet wurden die eingereichten Arbeiten jeweils von Experten aus Wissenschaft und Industrie. Von den 92 Arbeiten erhielten 28 das Prädikat gut, 43 wurden mit sehr gut und 21 mit hervorragend ausgezeichnet. Entsprechend der Prädikate wurden Bargeldpreise im Gesamtwert von 74 000 Franken an die jungen Forscherinnen und Forscher vergeben.