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WETTER: Kälte führt zu Baustopps

Die kalten Temperaturen haben auch im Kanton Zug Konsequenzen. So werden beispielsweise erste Baustellen geschlossen, und die Gassenarbeit hat viel zu tun. Für Teile der Pflanzenwelt hat die Kälte aber sogar Vorteile.
Die Auswirkungen der aktuellen Kältewelle zeigen sich am Seeufer in Buonas besonders eindrücklich: Eine faszinierende Eisskulptur ist hier entstanden.Leserbild: Corinne Büchler, Buonas (27. Februar 2018)

Die Auswirkungen der aktuellen Kältewelle zeigen sich am Seeufer in Buonas besonders eindrücklich: Eine faszinierende Eisskulptur ist hier entstanden.Leserbild: Corinne Büchler, Buonas (27. Februar 2018)

Eine frostige Kaltfront hat die Schweiz derzeit fest im Griff. Zusätzlich wehte noch eine Bise, die dazu führte, dass die Temperaturen als noch kälter empfunden wurden. Die Kältewelle hat auch Auswirkungen aufs Baugewerbe im Kanton Zug. Wie die Peter Rust & Co. AG mit Sitz in Walchwil auf Anfrage schreibt, schloss das Unternehmen während der vergangenen Tage zahlreiche Baustellen. Einerseits seien einige Arbeiten bei Temperaturen von unter minus fünf Grad nicht mehr fachgerecht ausführbar, so werde der frisch betonierte Beton beispielsweise brüchig. Andererseits diene diese Massnahme auch dem Schutz der Mitarbeiter sowie deren Gesundheit.

Die Peter Rust + Co. AG ist nicht das einzige Bauunternehmen, welches die Arbeiten eingestellt hat. Viele Bauarbeiter haben während dieser Tage kältefrei, wie eine Umfrage bei weiteren Bauunternehmen im Kanton Zug zeigt. Dies sei nichts Ungewöhnliches. Jedes Jahr gäbe es Tage, an welchen man den Baubetrieb unterbrechen müsse, sei es wegen Schnee oder klirrender Kälte. Grund dafür ist der Landesmantelvertrag, welcher eine Unterbrechung der Bauarbeiten bei witterungsbedingter Gefährdung der Gesundheit der Arbeitnehmer vorschreibt.

Post empfiehlt das Zwiebelprinzip

Nebst den Bauarbeitern sind auch die Pöstler tagtäglich dem Wetter ausgesetzt. Wie Oliver Flüeler, Mediensprecher der Post schreibt, stellt die Post ein Ausstattungssortiment zur Verfügung, mit welchem sich die Pöstler einkleiden können. Die Post empfiehlt das Zwiebelprinzip, die Mitarbeiter sind jedoch frei in ihrer Kleiderwahl. «Unsere Mitarbeiter im Aussendienst arbeiten gerne draussen und trotzen dem Wetter. Die Post wird auch in den Tagen voller klirrender Kälte verteilt», so Flüeler. Die Kälte-, aber auch Hitzewellen sind jedoch nicht das grösste Problem, mit welchen die Pöstler zu kämpfen haben. «Vor allem in der Winterzeit stellen die Zufahrten, ob rutschig oder schlecht geräumt, ein weitaus grösseres Problem dar.»

Ist es kalt, steigt auch die Gefahr, krank zu werden. «Wird unter körperlicher Belastung ­kalte, trockene Luft durch den Mund geatmet, kommt es zur Auskühlung und Austrocknung der Schleimhäute, womit Schmutz und Bakterien besser in die Lungen gelangen», sagt Harald Leemann, stellvertretender Leiter Sportmedizin im Zuger Kantonsspital. Er empfiehlt deshalb jedem, der sich bei so eisigen Verhältnissen an der frischen Luft bewegt und Sport treibt, durch die Nase zu atmen. «So wird die Luft gefiltert, gewärmt und angefeuchtet.» Die äusseren Extremitäten wie Finger, Ohren, Nase, Wangen und Zehen seien besonders gefährdet und müssten wie auch der Kopf durch die richtige Kleidung speziell geschützt werden, so Leemann weiter. Zudem sei auch in der kalten Jahreszeit das Aufwärmen vor Sportbeginn unerlässlich, um das Verletzungsrisiko zu senken. Aktuell gäbe es im Kantonsspital aber noch keine Notfälle, welche auf die derzeitige Kälte zurückzuführen seien.

Nur für mediterrane Pflanzen ein Problem

Die kalte Jahreszeit ist gerade für Menschen ohne festes Heim eine grosse Herausforderung. Sandra Heine von der Fachstelle «Punkto Eltern, Kinder & Jugendliche» unterstützt Obdachlose in Zug. «Anfang Winter heisst es für diese, sich wieder neu zu organisieren und für die kalten Nächte zu wappnen. Wir unterstützen, indem wir beispielsweise Essensgutscheine für die Mittagsbeiz, warme Kleidung und Schlafsäcke aus Spenden abgeben», so Heine. Über den Verein «Ein Bett für Obdachlose» gäbe es zudem seit 1. Februar die Möglichkeit, drei wohnungslose Menschen unterzubringen.

Neben den Menschen sind auch die Pflanzen der Kälte ausgesetzt. Raymund Gmünder vom Schluechthof Cham sieht die landwirtschaftlichen Pflanzen jedoch nicht in Gefahr, ganz im Gegenteil: «Im Grunde genommen ist die Kälte gerne gesehen, da der Schädlingsdruck im Frühling dadurch geringer ist.» Denn obwohl der Januar sich mit milden Temperaturen gezeigt hat, seien die Kulturen noch nicht so weit entwickelt, dass sie beim jetzigen Temperatureinbruch Schaden nehmen würden. Anders sei die Situation bei wärmeliebenden, mediterranen Pflanzenkulturen, welchen die Kälte durchaus zusetzen könnte.

Sabrina Tanner

redaktion@zugerzeitung.ch

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