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WETTER: Pegelstand kratzt an der Gefahrenstufe, die gar keine ist

Jüngst hat es viel geregnet. Der Zugersee ist deshalb randvoll – das bekommen derzeit nicht zuletzt Schiffspassagiere zu spüren.
Dem Schild steht das Wasser bis zum Hals: Der Pegel des Zugersees liegt derzeit rund einen halben Meter über dem Normalstand. (Bild Stefan Kaiser)

Dem Schild steht das Wasser bis zum Hals: Der Pegel des Zugersees liegt derzeit rund einen halben Meter über dem Normalstand. (Bild Stefan Kaiser)

413,97 Meter über dem Meer – so lautete gestern Nachmittag der Pegelstand des Zugersees. Das ist rund 80 Zentimeter höher als im letzten November, als es über Wochen hinweg nicht geregnet hat, und rund einen halben Meter höher als normal. Klar, es hat jüngst viel geregnet. Das heisst, die 414er-Marke wird wohl heute noch geknackt – jene Grenze, bei der offiziell die Gefahrenstufe 1 für den Zugersee gilt.

Noch gar nicht dramatisch

«Doch das ist noch nicht dramatisch», sagt Hobbymeteorologe Urs Brandenberg. Der Zuger hat vor zehn Jahren schon den Wasserstand von 414,49 Metern über Meer erlebt – also rund 90 Zentimeter über normal. «Da war der Uferquai in Zug nicht mehr begehbar, und das Wasser reichte bis an die Strasse hoch», erinnert er sich. Zum Vergleich bekommt man momentan am Ufer des Zugersees an manchen Stellen maximal nasse Füsse – Hochwasser ist noch nicht angesagt.

Dies bestätigt offiziell auch Urs Kempf, Abteilungsleiter Hochwasserschutz und baulicher Gewässerschutz des kantonalen Tiefbauamts. Er sieht den aktuellen Wasserstand des Zugersees relativ entspannt. «Ich weiss eigentlich gar nicht, warum das Bundesamt für Umwelt die Gefahrenstufe 1 am Zugersee bereits ab diesem Pegelstand festgelegt hat.» Die derzeitige Wasserhöhe sei völlig gefahrlos und habe noch keine Bedeutung. Hochwasser gebe es keines: «Höchstens vielleicht ein wenig in Schilfgebieten oder im Choller.» Der Zugersee sei generell relativ träge und wenig anfällig für Überflutungen. «Das hat aber auch zur Folge, dass der hohe Wasserstand wohl noch eine Weile so bleiben wird.»

Laut dem Bundesamt für Umwelt bedeutet die Gefahrenstufe 1 eigentlich «keine oder geringe Gefahr», wie Hydrologe Severin Gassmann erklärt. Von Hochwasser könne man erst ab der Grenze von Gefahrenstufe 3 («erheblich») zu Gefahrenstufe 4 («gross») sprechen. Die Gefahrenstufen von 1 bis 5 («sehr gross») gelten im Grunde in erster Linie für Fliessgewässer. Gassmann: «Und man versucht eben, diese auch auf die Seen anzuwenden.»

Und trotzdem läuft bei diesem Pegelstand auf dem Zugersee nicht alles normal. Besonders die Zugerseeschifffahrt ist betroffen. Grund: «Bei diesem hohen Wasserstand sind die Zugangsrampen für die Fussgänger ziemlich steil», räumt Kathrin Howald, Mediensprecherin der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB), ein. «Das ist sehr gewöhnungsbedürftig.» Wenn jemand gehbehindert sei, würden deshalb Matrosen dem Betreffenden beim Aus- und beim Einsteigen behilflich sein. «Wenn es noch weiterregnet, kann es sein, dass wir die Stege erhöhen müssen», erklärt Howald. Sie geht aber davon aus, dass in den nächsten Tagen die Niederschläge nachlassen. «Nur der Landungssteg im Hirsgarten in Cham kann sich selbstständig in Sachen Schiffseinstieg an die entsprechenden Wasserhöhen anpassen.»

Und doch zeitigt das wechselhaft regnerische Wetter auch unverhoffte Schokoladenseiten. Denn, wie Zugs Wetterfrosch Urs Brandenberg am eigenen Leib verspürt hat, der Zugersee kann schon durchaus mit Baditemperaturen auftrumpfen. So geschehen am Sonntag. «Da bin ich im See geschwommen, und an der Oberfläche betrug die Wassertemperatur angenehme 20 Grad Celsius», so Brandenberg. Kaum zu glauben. Dies sei auf den Föhneinfluss zurückzuführen gewesen. «Die Lufttemperatur lag mit 28 Grad Celsius noch höher.» Gestern dämpften die kühlen 12,3 Grad indes etwaige Euphorien auf den ersehnten Sommer. Aber Brandenberg macht Hoffnung: «Ab Mittwoch wirds wieder wärmer.»

Wolfgang Holz

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