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Fitness: «Wichtig für die Ausdauer sind die Erfolgserlebnisse»

Zum Jahreswechsel haben auch die Zuger Fitnesszentren wieder deutlich mehr Abonnements verkauft – den guten Vorsätzen vieler sei Dank. Eine Expertin erklärt, wie man sich das nötige Rüstzeug aneignen kann, damit es nicht nur beim Vorsatz bleibt.
Andreas Faessler
Jessica Garcia hält sich im Zuger Fitnesspark Eichstätte fleissig fit. Wer sich vornimmt, wie sie auch regelmässig Sport zu treiben, sollte sich über sein konkretes Ziel im Klaren sein. (Bild: Stefan Kaiser (29. Januar 2019))

Jessica Garcia hält sich im Zuger Fitnesspark Eichstätte fleissig fit. Wer sich vornimmt, wie sie auch regelmässig Sport zu treiben, sollte sich über sein konkretes Ziel im Klaren sein. (Bild: Stefan Kaiser (29. Januar 2019))

Das neue Jahr ist mittlerweile auch schon wieder einen Monat alt. Seit den guten Vorsätzen, mit denen man 2019 frisch und voller Tatendrang begonnen hat, ist somit eine gewisse Zeit verstrichen. Wie steht es mit der Umsetzung? Hält man sich noch immer brav an diese Vorsätze? Oder lässt die Motivation etwa schon nach?

Ein Klassiker unter den Neujahrsvorsätzen ist derjenige, mehr Sport zu treiben – der Fitness wegen oder zumindest um den Festtagsspeck loszuwerden, damit die Hose wieder sitzt. Dieser verbreitete gute Wille spielt insbesondere den Fitnesscentern zu, wo jeweils ein grösserer Zustrom herrscht. «Tatsächlich ist es so, dass sich zum Jahreswechsel besonders viele Kunden entschliessen, ein Fitness-Abo zu lösen», sagt Andreas Landolt, Leiter Migros-Fitnesspark Eichstätte in Zug, mitgliederstärkstes Fitnesscenter der Schweiz. «Im Januar verzeichnen wir auch generell eine höhere Kundenfrequenz, bestehende Abo-Kunden kommen wieder öfter.»

Dieselben Beobachtungen vermeldet auch das One Training Center in Baar. Dass sich Abnehmwillige in der Nachweihnachtszeit für besondere Fettverbrennungsprogramme einschreiben, können die Fitnesscenter nicht explizit feststellen. «Bei uns aber sind in den Wintermonaten die Spinning-Kurse sehr gut belegt», weiss Sandro Villiger, Clubmanager One Baar.

Trainingserfolge sind Ansporn

Um die Neukunden bei Laune zu halten – und sie nicht zuletzt auch bei den guten Vorsätzen zu unterstützen –, setzen die Fitnesscenter auf Beratung und Betreuung. «Auch die persönlichen Trainingskontrollen helfen, das Trainingsziel zu erreichen», so Sandro Villiger. Und sobald erste Trainingserfolge sichtbar werden, sporne dies an, die Regelmässigkeit des Trainings beizubehalten, ergänzt Andreas Landolt.

Was tun, wenn die Lust nachlässt

Was aber tun, wenn es mit der Umsetzung der guten Neujahrsvorsätze doch allmählich hapert? Wenn man merkt, dass Motivation und Ausdauer nachlassen? Wohl jeder hat die Erfahrung schon gemacht, dass die Lust an der Veränderung wieder alten Gewohnheiten weicht, bis schliesslich alles wieder so ist wie zuvor. Das kann frustrierend sein.

Nicole Kopp, Coach CAS / dipl. Coach SCA, aus Luzern rät: «Wenn dies eintritt, sollte man sich als Erstes fragen: Gilt mein Ziel überhaupt noch? Möchte ich das wirklich? Bin ich bereit, dafür etwas zu tun? Falls das Ziel nach wie vor erreicht werden soll, weiter fragen: Was konkret hält mich von der Umsetzung ab?» Sobald die Schwachstelle gefunden sei, solle die Zieldefinition allenfalls geändert werden, indem man vielleicht, statt dreimal die Woche zu trainieren, dies nur noch einmal tue, dafür konsequent. «Sollten alle Stricke reissen, kann man sich auch professionelle Unterstützung holen. Grundvoraussetzung aber bleibt die eigene Bereitschaft und die ehrliche, individuell angepasste Zieldefinition.»

Möglichst attraktive Ziele setzen

Gemäss Nicole Kopp kann es unter Umständen auch sinnvoll sein, sich Ziele zu setzen, die einem «gegen den Strich» gehen. Beispielsweise mehr Sport zu treiben, weil es die Gesundheit erfordert. «Dazu aber sind Vorsätze – gerade etwa zum neuen Jahr – in der Regel ungeeignet», so die Fachfrau. «Solche entstehen häufig aus einer momentanen Laune, mit viel gutem Willen zwar, aber ohne konkrete Vorstellungen.» Wichtig sei, dass das gesetzte Ziel möglichst attraktiv ist. Vielleicht sei es gar nicht nötig, extra ein Fitness-Abo zu kaufen, um sportlicher und schlanker zu werden. Möglicherweise reicht es ja bereits, zweimal pro Woche eine Stunde spazieren zu gehen. Es sei auch nicht falsch, sich bescheidene Ziele zu setzen. Wichtig für die Ausdauer seien – und da geht Nicole Kopp mit der Aussage von Andreas Landolt eins – die Erfolgserlebnisse. «Und die sind häufiger, je weniger man sich überfordert.»

Und wenn es doch mal nicht so gut läuft wie erhofft, ist ein «achtsamer und gnädiger» Umgang mit sich selbst angezeigt, rät Nicole Kopp. «Man soll sich fragen: Was habe ich geschafft? Was ist mir gut gelungen?» Danach solle man sich überlegen, welche Faktoren zum Nichterreichen des gesetzten Ziels geführt haben. So könne man dies entsprechend anpassen. «Dann ist es wichtig, einen neuen Anlauf zu nehmen.»

Sich und sein Ziel ernst nehmen

Dass die Menschen hauptsächlich zum Jahreswechsel Vorsätze haben, hat mit dem Neuanfang zu tun, mit dem ein Jahreswechsel «naturgemäss» in Verbindung gebracht wird – es bedeutet einen Einschnitt zwischen Altem und Neuem. «Und ein Neubeginn scheint die Menschen zu motivieren, in Zukunft alles besser zu machen», so Nicole Kopp. Aber ob dieser Neubeginn zum Jahreswechsel erfolgt oder zu einem anderen Zeitpunkt – «wichtig ist und bleibt, sich und sein Ziel ernst zu nehmen.»

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