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«Wichtig ist, dass die Objekte eine Geschichte erzählen»

Nachgefragt
Andreas Faessler
Stefan Puttaert, Senior Director Sotheby’s Zurich Office. (Bild: PD)

Stefan Puttaert, Senior Director Sotheby’s Zurich Office. (Bild: PD)

Stefan Puttaert ist seit 2013 Senior Director der Sotheby’s-Niederlassung in Zürich. Seit 1986 ist er im Auktionswesen tätig, ist als erfahrener Kunstexperte Generalist, ist jedoch spezialisiert in den Sparten zeitgenössische Kunst und Schweizer Kunst.

Stefan Puttaert, was ist der Zweck solcher Expertentage?

Abgesehen davon, dass wir den Leuten helfen wollen, über ihr Kunstwerk unverbindlich Näheres zu erfahren, möchten wir natürlich auf neue Kundschaft treffen. Oft sind die Leute im Bereich Finanzen, Wirtschaft oder auf einem anderen Gebiet sehr versiert, aber im Bereich Kunst wünschen sie weitere Beratung. Da möchten wir kompetent Hand bieten.

Ist das Interesse an Kunst und Antiquitäten gestiegen? Nicht umsonst gibt es ja eine wachsende Zahl an entsprechenden TV-Formaten.

Die Leute sind immer neugierig, wenn es um Seltenes und Wertvolles geht. Sicher tragen auch diese TV-Formate und Social Media zusätzlich dazu bei. Wichtig ist, dass die Objekte eine Geschichte erzählen. Das macht sie interessanter und steigert ihren ideellen Wert.

Wie hat sich das Auktionswesen während Ihrer 30-jährigen Tätigkeit entwickelt?

Einst waren Auktionen weniger gut besucht. Man war skeptisch, ob da immer alles der Wahrheit entspricht. Man ging lieber zum Antiquar des Vertrauens. Das hat sich geändert. Eine Auktion ist heutzutage auch ein gesellschaftlicher Anlass. Man möchte dabei sein, wenn Bedeutendes unter den Hammer kommt. Die Leute haben begriffen, was für ein wichtiger Markt es ist. Auch die Anlässe rund um die Auktion ziehen immer mehr Interessierte an. Man setzt sich im gedruckten oder im Online-Katalog mit den Objekten auseinander, besucht eine der Vorbesichtigungen und möchte schliesslich bei der Versteigerung live dabei sein – auch wenn man nicht aktiv mitbietet. Der Beruf des Auktionators wird sich aber wohl ändern, da sich alles Richtung Internet bewegt. Man wird das Geschäft entsprechend anpassen müssen.

Was ist aktuell besonders gefragt und was nicht?

Generell ist im Moment zeitgenössische Kunst in allen Preislagen besonders beliebt, gefolgt von Kunst der klassischen Moderne, sowie Schmuck und Armband-/Taschenuhren. Auch Wein, Oldtimer und dekorative Kunst des 20. Jahrhunderts sind gesucht. Ein Tief erleben derzeit Stiche, Zinn oder Barockmöbel. Einen stabilen Markt verzeichnen wir für alte Meister sowie Gemälde des 19. Jahrhunderts. Grundsätzlich gilt: Was heute nicht gefragt ist, auf das kann morgen schon wieder ein Run herrschen – und umgekehrt. Der Kunstmarkt ist sehr volatil. Zu beachten ist auch, dass die Generation, die jetzt allmählich stirbt, Dinge gesammelt hat, welche die Jungen von heute nicht mehr interessieren. Aber das muss nichts heissen. Plötzlich wird eine der kommenden Generationen diese Objekte wieder suchen.

Andreas Faessler

andreas.faessler@zugerzeitung.ch

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