Leserbrief

Wichtige Sozialkontakte gehen verloren

«Längere Öffnungszeiten um jeden Preis?», Zuger Ansichten, Ausgabe vom 16. Mai

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Herzlich bedanke ich mich, für die Kolumne «Zuger Ansichten» von SVP-Kantonsrat Emil Schweizer.

Die Ladenöffnungszeiten freizugeben, sodass jedes Geschäft selber entscheiden kann, wie lange und in welchen Zeiten es offen haben will, ist eine Willkür. Von den Grossverteilern werden diese Zeiten bedingungslos ausgenutzt. Ein Kleinunternehmen in einem Center muss die Öffnungszeiten zwangsläufig mitmachen. Von den Verkaufsgeschäften ausserhalb eines Centers werden auch die gleichen Öffnungszeiten gefordert. Kleinunternehmen können längere Öffnungszeiten finanziell nicht tragen. Personalkosten steigen, so sind 70-Stunden-Wochen für Unternehmerinnen und Unternehmer keine Ausnahme.

Noch mehr «Lädeli sterben» sowie Ausbildungsplätze gehen verloren, somit auch die Vielfalt von speziellen Dienstleistungen. Wie Emil Schweizer schrieb, sollen auch Verwaltungen, die Post und Banken länger offen haben. Wer für längere Öffnungszeiten ist, soll sich mal Gedanken machen, warum in den letzten Jahren so viele Poststellen geschlossen wurden. Ich glaube, das muss ich nicht erläutern. Bei so langen Arbeitszeiten im Verkauf können Arbeitnehmende weder in Sportvereinen noch kulturellen Vereinen mitmachen. Da gehen viele, wichtige Sozialkontakte verloren. Wo bleibt da die Wertschätzung dieser Menschen? Ohne das Verkaufspersonal würde vieles nicht funktionieren.

Mit den heutigen Öffnungszeiten von 70 Stunden in der Woche soll noch jemand sagen, es bleibe zu wenig freie Zeit zum Einkaufen. Jede Person, welche solche Massnahmen verlangt, soll sich nur eine Woche bereit erklären mit dem gleichen Salär, diese Präsenzzeiten zu leisten.

Fredy Wicki, Präsident der Geschäftsmietervereinigung Neudorf-Center, Cham