«Wichtiges Engagement»

Die Menzingerin Sehriban Sönmez will nach Bern und kandidiert für den Nationalrat.

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Sehriban Sönmez von der SP kandidiert für den Nationalrat. (Bild: PD)

Sehriban Sönmez von der SP kandidiert für den Nationalrat. (Bild: PD)

Die Menzingerin Sehriban Sönmez will nach Bern und kandidiert für den Nationalrat.

Sehriban Sönmez, weshalb haben Sie sich für eine Kandidatur als Nationalrätin entschieden?

Sehriban Sönmez: Ich finde es wichtig, dass sich Menschen mit Migrationshintergrund in allen Lebensbereichen einbringen. In Deutschland ist Cem Özdemir mit türkischem Hintergrund seit Jahren Parteipräsident der Grünen. In der Schweiz sind wir davon weit entfernt. Deswegen fangen wir mit kleinen Schritten an. Die Vielfalt der Zuger Gesellschaft sollte sich doch auch im Parlament abbilden.

Was sind Ihre drei wichtigsten Themen, für die Sie sich im Nationalrat einsetzen würden?

Sönmez: Gegen Rassismus und Diskriminierung: In vielen Situationen werden Personen mit Migrationshintergrund diskriminiert – zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt, bei der Wohnungssuche oder beim Abschluss einer Versicherung. Ursachen von Migration und Asyl: Wir können das Übel an der Wurzel packen, wenn wir auf Kriegsmateriallieferungen verzichten und faire Handelsbedingungen schaffen. Dann werden weniger Menschen zur Flucht gezwungen. Wir müssen uns darum kümmern, unter welchen Bedingungen produziert und gehandelt wird; das geht uns etwas an. Chancengerechtigkeit in der Bildung: In der öffentlichen Schule sollen alle Kinder und Jugendlichen die gleichen Chancen erhalten. Auch sollten ausländische Diplome besser anerkannt werden.

Zug stellt drei Nationalräte, und alle kandidieren wieder. Wie beurteilen Sie Ihre Wahlchancen?

Sönmez: Meine Kandidatur soll einen Beitrag leisten, dass wir in der kommenden Legislatur eine SP-Vertretung in Bern haben werden. Wenn ich etwas zum positiven Bild von interessierten und engagierten Schweizerinnen und Schweizern mit Migrationshintergrund beitragen kann, dann ist etwas gewonnen.

Weshalb sollen die Zuger ausgerechnet Sie wählen?

Sönmez: Ich bringe langjährige Erfahrungen im Integrationsbereich mit und habe bei verschiedenen Projekten mit Schweizerinnen, Schweizern, Migrantinnen und Migranten mitgewirkt. Zudem wuchsen auch meine Kinder hier auf und leben inmitten der Schweizer Gesellschaft mit den verschiedenen sozialen, kulturellen oder auch politischen Gegebenheiten. Wir sind alle Teil der Schweiz. Wer mich wählt, setzt ein Zeichen für ein reichhaltiges Zusammenleben und eine vielfältige Demokratie.

Persönlich

Sehriban Sönmez (45) ist geschieden und hat zwei erwachsene Töchter. Sie wohnt in Menzingen und ist Familienfrau.