Leserbrief

Widerstand tut not

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«Inwiler Scheibenhäuser werden ersetzt», Ausgabe vom 10.Oktober.

Die Scheibenhäuser in Inwil zu erhalten, mache «keinen Sinn»? Wie sinnvoll und ökologisch ist das denn? Die Bewohner von 220 Wohnungen auf die Strasse stellen, mit Versprechungen für «preisgünstige» – das heisst in Zug: teure – Wohnungen in ferner Zukunft? Bestehende Grünumgebung zuhäuseln und gigantischen Abriss statt Grundriss-Optimierung durchboxen? Mittels PR am Skandal vorbeimanövrieren? Mit dem Segen des Gemeinderats? Ist das ein «fruchtbarer Dialog»?

Zufriedene Bewohner brauchen weiterhin keine Tiefgaragen, damit sich ihr Auto nicht erkältet, keine Zweit-WC, sondern zahlbaren Wohnraum und etwas Grün. Und all das des schnöden Mammons wegen, damit die dubiose Zürcher BVK ihr vielkritisiertes, rücksichtsloses Geschäftsgebaren auf Zug ausdehnen kann? Die erste Unterfeld-Ablehnung lässt grüssen. Und Erinnerungen an den Abriss der Gartenstadt-Häuser samt Erstgeneration-Gastarbeiterschaft werden wach. Gentrifizierung statt genossenschaftliches Leben? Kommerzialisierung der öffentlich-rechtlichen Immobilien-Unternehmungen?

Bei der Mieterschaft herrsche «eine gute Stimmung» über diese «Lösung»? Lösung für die BVK-Bilanz? Förderung des Privatverkehrs (der nahen Tangente wegen) statt autofreies Wohnen? Widerstand tut not. Dieser Bebauungsplan darf nicht durchkommen.

Adrian Hürlimann, Zug