Wie auf der Achterbahn: Zug United holt nach «Chilbi-Wochenende» immerhin drei Punkte

Die Zuger gehen mit einem Sieg und einer Niederlage in die dreiwöchige Nationalmannschaftspause. Dem 9:7-Erfolg gegen St.Gallen folgte eine 6:8-Niederlage gegen den souveränen NLA-Leader Wiler-Ersigen.

Peter Rohner
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Nüchtern betrachtet, waren es standesgemässe Resultate, die die United-Spieler in den beiden Partien am Wochenende zu Stande brachte. Sie gewannen gegen St.Gallen und verloren gegen Wiler-Ersigen. Nach der komplett missratenen Doppelrunde in der Vorwoche war es auch eine Art Wiedergutmachung.

Zugs Marco Laely versucht zwischen den St. Gallern Thomas Mittelholzer und Markus Wellauer den Ball zu behaupten.

Zugs Marco Laely versucht zwischen den St. Gallern Thomas Mittelholzer und Markus Wellauer den Ball zu behaupten.

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 3. Oktober 2020)

Die Zuger mussten sich dabei fühlen wie auf einer Chilbi. Denn es war eine wahre Achterbahn, die zur letztlich wohl budgetierten Punkteausbeute von drei Zählern führte. Vor heimischen Anhang und auf einem speziell ausgelegten blauen Boden in der Kantihalle nahm diese Achterbahnfahrt vorerst nur langsam Fahrt auf. Die stark ersatzgeschwächten Ostschweizer fanden als erste den Eingang in die Partie – mit gütiger Mithilfe der Zuger. Irgendwie sprang der Ball Julian Alder auf die Schaufel, der den Ball zum vor dem mehr oder weniger leeren Tor stehenden Mike Zahner spielte.

Hallén ist gut in Form

Nicht zum ersten Mal gerierten die Zentralschweizer früh in einem Spiel in Rücklage. Im Gegensatz zum vergangenen Wochenende nahmen die Angriffsbemühungen diesmal rechtzeitig Fahrt auf. Zwar legten die Gäste nach André Anderssons Ausgleichstreffer zum 1:1 noch vor der ersten Pause noch einmal vor. Im zweiten Abschnitt deuteten die Zuger ihre Offensivqualitäten dann mehr als nur an: Innert neun Minuten und sieben Sekunden trafen die Gastgeber gleich fünfmal – vom 4:2 zum 5:2 dauerte es gar nur vier Sekunden. Schwindlig wurde den St.Gallern aber nur kurzzeitig. In der 43. Minute stand es nur noch 6:5 für die United.

Zugs Alexander Hallén (in Blau) bucht gegen St.Gallen fünf Punkte.

Zugs Alexander Hallén (in Blau) bucht gegen St.Gallen fünf Punkte.

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 3. Oktober 2020)

Diese liess sich aber vorderhand nicht beirren. Alexander Hallén traf zunächst zum 7:5 und später – diesmal im Powerplay – zum 8:5. Die St.Galler gaben die Antwort darauf blitzschnell: 13 Sekunden nach Halléns zweitem Tor lupfte Roman Mittelholzer den Ball geschickt in den Slot auf Chris Eschbach, der aus der Luft die Gäste wieder ins Rennen brachte. Und keine Minute später nutzte Michael Schiess einen schwachen Auswurf von Goalie Nilsson um Anschlusstreffer zum 7:8. Schliesslich setzte Zugs prominenter Schweizer Zuzug Luca Graf mit einem satten Schuss den Schlusspunkt hinter diese Achterbahnfahrt.

Zuger Goalie hält sein Team zu Beginn im Spiel

Offensichtlich gefiel den Zugern dieses wilde Auf und Ab, denn tags darauf setzten sie das im Spiel beim Rekordmeister SV Wiler-Ersigen fort. Wohl dominierte das Heimteam das erste Drittel weitestgehend, fand aber nur zweimal den Weg an Goalie Nils Schälin vorbei. Der 19-Jährige feierte seine Premiere auf der höchsten Stufe, nachdem er in der vergangenen Saison erstmals im Cup im Zuger Tor gekniet hatte. Er gab seinen Vorderleuten Zuversicht. Alexander Larsson und Alexander Hallén nutzten diese zu den Treffern zum 2:2.

Es folgte eine ziemlich rasante Talfahrt der Zuger: 5:15Minuten und ein paar Eigenfehler später lautete der Spielstand 6:2 für Wiler-Ersigen. Letztlich hiess es 8:6. Spannung war nicht mehr wirklich aufgekommen. Der zwölffache Meister behielt auch im fünften Saisonspiel seine reine Weste. Die Zuger liegen – mit einer bis zwei Partien mehr als die anderen Mannschaften auf dem Konto – auf dem siebten Rang.

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