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Wie das Klima die Politik aufheizt

Zu den politischen Tendenzen in der Schweiz und Europa
Thomas Brändle, Unterägeri

Erstmals annulliert das Bundesgericht eine Volksabstimmung; wegen eines einzelnen Fehlers im Abstimmungsbüchlein. Hoppla, wenn das Schule macht! Eine ebensolche Beschwerde gibt es auch im Zusammenhang mit dem Abstimmungsbüchlein zur Vollgeld-Initiative im letzten Jahr. Da gäbe es mindestens ein Dutzend eklatante Fehler zu korrigieren.Aktuell schüttelt die Klimaerwärmung die Schweizer Parteienlandschaft durch. Und bei den bevorstehenden Europawahlen zeichnet sich eine Mehrheit für die national orientierten Parteien, sogar der EU-Gegner ab. Die Böcke werden zu Gärtnern gewählt. Unsere europäischen Nachbarn fühlen sich von ihren verantwortlichen Politikern im Stich gelassen. Deren EU hat nicht gehalten, was man sich von ihr versprochen hatte: Mehr Wohlstand für alle und Arbeitsplätze, von denen man leben kann. Beide Entwicklungen – die schweizerische und jene in der EU – haben mit unserem Geld- und Bankensystem zu tun. Das viel zu viele Geld sucht rentable Anlage, die durch die blosse, obwohl hochproduktive und innovative Wertschöpfung des Menschen nicht mehr befriedigt werden kann. Also muss Mutter Natur dran glauben, die ihre tatsächlichen Kosten erst geltend macht, wenn sie sich nicht mehr erneuern kann. Und weil eben dieses viele Geld global mobil gemacht wurde, steht der national tragende Mittelstand nicht nur innerhalb Europas, sondern weltweit immer mehr im Wind. So werden extreme Parteien angefüttert und totalitären Regierungen der Boden geebnet. Zunächst profitieren erst die Klimaparteien, die erfolgreich an unser schlechtes Gewissen appellieren, und die national orientierten Parteien, die unsere Verlustängste bedienen. Auch sie werden scheitern und extremeren Bewegungen weichen. Besonnene Politiker, die das alles wirklich verhindern wollen, sollten Professor Hans-Christoph Binswangers Werk «Geld und Natur» begreifen; «Finanz- und Umweltkrise sind ohne Währungs- und Geldreform nicht lösbar», schrieb der unlängst verstorbene, weltweit renommierte Wirtschaftswissenschaftler der Universität St. Gallen. Parteien, die Lösungen versprechen, ohne das gegenwärtige Banken- und Geldsystem in Frage zu stellen, vergeuden also nur unsere Zeit. Aber wenn man Jared Diamonds Buch «Kollaps: Warum Gesellschaften überleben oder untergehen» liest, bin ich dann doch wieder zuversichtlich. Wenn’s hart auf hart kommt, schaffen wir – zumindest als Spezies - die Wende in der Regel dann doch noch – begleitet von den üblichen Kollateralschäden.

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