Wie die Gemeinde Cham in der Zukunft aussehen soll

Das laufende Raumentwicklungskonzept zeigt, dass sich Chamer mehr Begegnungsräume im Zentrum wünschen.

Tijana Nikolic
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Der Dorfplatz von Cham (Bild) gilt als unattraktiv zum Verweilen.

Der Dorfplatz von Cham (Bild) gilt als unattraktiv zum Verweilen.

Bild: Matthias Jurt (9. April 2020)

Die Ergebniskonferenz des Chamer Raumentwicklungskonzepts im Rahmen der Ortplanungsrevision, an dem die Gemeinde zusammen mit der Bevölkerung seit rund einem Jahr arbeitet, musste Corona- bedingt voraussichtlich bis nach den Sommerferien verschoben werden. Dabei hätten, neben den Verarbeitungen der vielen Ideen der Gemeindeeinwohner aus der Auftaktkonferenz von letztem September, auch die Visionen von Chamer Schulkindern in einem zusammenfassenden Video präsentiert werden sollen. «Wir haben das Konzept für den Moment eingefroren und werden nach der Coronakrise daran weiterarbeiten. Es ist wichtig für uns, dass die ganze Bevölkerung an der verschobenen Ergebniskonferenz nochmals intensiv mitwirkt und den Prozess beeinflusst», sagt Mirjam Landwehr, Projektleiterin Raumplanung Cham. Die räumliche Entwicklung der Gemeinde würde schliesslich das künftige Arbeits- und Lebensumfeld aller Menschen, die hier wohnen und arbeiten, definieren.

Die Chamer Jugend- und Gemeinwesenarbeit wurde diesen Winter in verschiedenen Primarschulen Zukunftswerkstätten durchgeführt. 70 Kinder hätten dabei jeweils einen Tag lang über die Zukunft von Cham nachdenken, lästern und loben, fantasieren und diskutieren können, um daraus ein für sie möglichst ideales und zeitgleich realistisches Zukunftsbild zu entwickeln.

Wunsch nach attraktiverem Erschliessungsnetz

«Dabei war es spannend zu sehen, dass sich die Wünsche der Kinder stark mit den im Vorfeld gesammelten Ideen und Visionen der Erwachsenen und Jugendlichen decken», findet Landwehr.

Die wichtigsten Ideen waren klar ersichtlich: Was die Kinder als «Ich möchte sicher mit dem Velo zum Kolleg fahren können» genannt haben, kam von den Erwachsenen als Wunsch der Verkehrsentlastung, vor allem auf der Zugerstrasse. «Die Leute, egal in welchem Alter, möchten ein feinmaschigeres und attraktiveres Erschliessungsnetz zu Fuss oder mit dem Velo», sagt Landwehr. Einen grossen Schritt in diese Richtung soll das Umgestaltungsprojekt «Autoarmes Zentrum» bringen, welches ergänzend zu der Umfahrung Cham-Hünenberg umgesetzt werden soll. Dieses sei aber wegen Einsprachen beim Bundesgericht hängig. Auch beim Thema Grün- und Freiräume seien sich alle Altersgruppen einig, dass es beispielsweise innerhalb von Siedlungen mehr Bäume sowie Begegnungsorte geben sollte. «Es wird beispielsweise bemängelt, dass Cham zu wenig Begegnungsräume im Zentrum hat oder der Dorf- und Kirchenplatz unattraktiv zum Verweilen sind», erläutert Landwehr weiter. Die Erkenntnisse, welche Qualitäten Cham, aus Sicht der Bevölkerung, in Zukunft haben soll, seien deutlich. «Bei der verschobenen Ergebniskonferenz soll die Öffentlichkeit nochmals die Chance bekommen, den Entwurf weiter zu formen», so Landwehr.

Unter dem Begriff Ortplanungsrevision sollen bis 2025 alle Gemeinden des Kantons Zug ihre Planungsmittel wie Zonenplanung und Bauordnung überarbeitet und an die neuen Rahmenbedingungen angepasst haben. Damit die Einwohnergemeinde Cham zielgerichtet in die Zukunft gehen kann, wird als Erstes eine «Vision 2040» entwickelt. Im Raumentwicklungskonzept, das bis Mitte 2021 vorliegen soll, werde konkret aufgezeigt, welche räumlichen Entwicklungen für Cham in den kommenden 20 Jahren angestrebt werden sollen.