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Alan Nabarro will mit dem FC Rotkreuz aufsteigen.

Als Junior brachte Alan Nabarro einem heutigen Weltklassestürmer das Fürchten bei. Nun will der zweikampfstarke Mittelfeldspieler mit dem FC Rotkreuz in die 2. Liga aufsteigen.
Martin Mühlebach
Alan Nabarro (links, gegen Zugs Valentin Bagavac) will dem FC Rotkreuz zum Aufstieg verhelfen.

Alan Nabarro (links, gegen Zugs Valentin Bagavac) will dem FC Rotkreuz zum Aufstieg verhelfen.

Der Drittligist FC Rotkreuz hat sich vor dem Saisonstart massiv verstärkt. Nebst dem erstligaerprobten Arnel Mehicic, der zu seinem Stammverein zurückkehrte, stiessen fünf Cracks vom Erstligaabsteiger Wangen b. Olten zum Zuger Drittligisten. Einer von ihnen ist der in Sao Paulo, Brasilien, geborene Alan Nabarro, der als Junior der Fussballakademie mit Neymar auf Punktejagd ging.

Wenige Jahre später trennten sich die Wege der beiden Jungs, und so kam es dazu, dass sie gegeneinander spielten. Laut Insiderberichten soll der zweikampfstarke Alan Nabarro, dem heutigen Starstürmer der brasilianischen Nationalmannschaft und von Paris St. Germain, Neymar, jeweils das Fürchten beigebracht haben.

Seine Aktivkarriere startete Alan Nabarro bei San Bernardo (2. Division). Bei Comercial (1. Division) unterschrieb er seinen ersten Profivertrag. Danach kickte er bei Matonense nochmals in der 2. Division Brasiliens, ehe er sich während sechs Monaten in Italien niederliess. Alan Nabarro erklärt: «Mein Wunsch war es, die italienische Staatsbürgerschaft zu erwerben, um in Europa Fussball spielen zu können.» Und glücklich strahlend schiebt er nach: «Weil meine Nonna eine gebürtige Italienerin ist, erhielt ich den italienischen Pass innert kurzer Zeit.»

Bewusst einen Gang zurückgeschaltet

Die Saison 2014/2015 nahm Alan Nabarro mit dem damaligen Erstligisten Wangen b. Olten in Angriff. Der im Rohstoffhandel tätige René von Euw, der seit vielen Jahren gute ausländische Fussballer unter seine Fittiche nimmt, hatte von seinem mit einer Brasilianerin verheirateten Freund Marc Häfeli ein Video erhalten, das Nabarro in Aktion zeigte. René von Euw erzählt: «Die Zweikampfstärke und das unermüdliche Engagement Nabarros überzeugten mich. Ich vermittelte ihm einen Teilzeitjob in meiner Firma und liess ihn während vier Jahren beim FC Wangen b. Olten Fussball spielen.»

Alan Nabarro, der seit zweieinhalb Jahren mit seiner langjährigen Freundin Joyce verheiratet und seit kurzem mit ihr zusammen im luzernischen Inwil wohnt, betont: «René von Euw ist wie ein Vater für mich. Ihm habe ich viel zu verdanken.» Nach diesen Worten überrascht es nicht, dass Alan Nabarro sofort zustimmte, als ihm sein Mentor ein auf den ersten Blick ehrgeiziges, erstaunliches Projekt schmackhaft machte. Dazu René von Euw: «Nach meinem langjährigen Engagement für Wangen b. Olten will ich dem Fussballclub meines Wohnorts Rotkreuz zum Aufstieg in die 2. Liga regional verhelfen.» Alan Nabarro ist überzeugt, dass seine Mannschaft das ehrgeizig gesteckte Ziel erreichen wird. Mit der frühzeitigen Qualifikation für die Aufstiegsspiele wurde zumindest schon ein Teilziel erreicht.

In den letzten Meisterschaftsspielen vermochte Rotkreuz aber nicht mehr restlos zu überzeugen. Das beunruhigt Alan Nabarro nicht. Er betont: «Nach der geschafften Qualifikation für die Aufstiegsspiele schalteten wir bewusst einen Gang zurück, weil wir Verletzungen und Spielsperren vermeiden wollten.»

Ex-Nationaltrainer wollte Nabarro

Die Erfahrung zeigt, dass aus höheren Ligen kommende Spieler mehrere Stufen tiefer in den ersten paar Partien überragende Leistungen abrufen. Aber danach passen sie sich schnell einmal den neuen Gegebenheiten an. Alan Nabarro sagt: «Das mag sein, aber in Rotkreuz ist das Gegenteil zu beobachten. Weil gleich mehrere 1.-Liga-Spieler gekommen sind, haben sich die verbliebenen 3.-Liga-Kicker uns angepasst. In den Trainings und in den Spielen wird härter gearbeitet als zuvor.» Tatsache ist, dass Alan Nabarro seine Teamkollegen förmlich mitreisst. René von Euw bemerkt: «Der im Privatleben ruhig und zurückhaltend auftretende Mann, wird zum brodelnden Vulkan, sobald er auf dem Rasen steht. Fair aber kompromisslos einsteigend gewinnt er meist gegen 90 Prozent aller Zweikämpfe.» Das hat auch Bidu Zaugg, den ehemaligen Schweizer-Nationalcoach beeindruckt, der heute den ambitionierten Erstligisten Solothurn trainiert. Er wollte Alan Nabarro unbedingt engagieren. Doch Nabarro verhielt sich seinem Arbeitgeber René von Euw gegenüber loyal und beschloss, dessen Projekt mit dem FC Rotkreuz zum Erfolg zu verhelfen. Alan Nabarro ist glücklich, dass er mit seiner Frau Joyce, die ihn in allen Belangen tatkräftig unterstützt, in der Schweiz leben und Fussball spielen darf. Doch offen gesteht er: «Ich vermisse meine in Brasilien verbliebenen Eltern und Verwandten.»

«Das Resultat spielt keine Rolle»

Mit dem 3:1-Auswärtssieg vom vergangenen Dienstag gegen das kampfstarke Schwyz hat Rotkreuz zumindest wieder einen Teil seines unbestrittenen Potenzials aufgedeckt. Ob dies auch morgen Samstag (16 Uhr, Sportpark Dorfmatt) im letzten Meisterschaftsspiel der Saison 2017/2018 der Fall sein wird? Dazu René von Euw: «Das Resultat spielt keine Rolle. Sicher ist, dass wir keine Verletzungen und Verwarnungen oder gar Platzverweise in Kauf nehmen werden.» Am Dienstag, 5. Juni, wird die Aufstiegsrunde 3./2. Liga gleich mit einem Knüller lanciert. Mit Rotkreuz und Emmenbrücke oder Horw treffen zwei Gruppensieger aufeinander. Spielbeginn ist um 20 Uhr im Sportpark Rotkreuz.

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