Wie Fremde schnell heimisch werden sollen zeigt die Expat Expo in Cham

An der Expat Expo im Lorzensaal haben Zugezogene oder Zuziehende Hilfe für ihr Leben in der Schweiz und im Kanton Zug erhalten. Beim Messerundgang zeigt sich, dass in vielen Bereichen Herausforderungen warten.

Christian Tschümperlin
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Ivan Boronat mit seiner Frau Dolos Foguet und den Kindern Alice (8) und Eileen (2). (Bild: Eveline Beerkircher (Cham, 24. März 2019))

Ivan Boronat mit seiner Frau Dolos Foguet und den Kindern Alice (8) und Eileen (2). (Bild: Eveline Beerkircher (Cham, 24. März 2019))

Die Expat Expo ist in vollem Gang. Am Eingang tummeln sich einige Besucher, es ist Englisch zu hören. Ivan Boronat aus Barcelona ist einer von ihnen. Er ist mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern gekommen, um eine Schule für sie zu finden. Boronat wird aus beruflichen Gründen bald nach Zug ziehen und spricht Englisch. Schulen sind an der Ausstellung viele vertreten, etwa die International School of Central Switzerland, die Little Star Day School oder die Four-Forest Bilingual International School. Boronat informiert sich gerade bei der Montessori-Schule. Sie überzeugt ihn aufgrund des zweisprachigen Konzeptes, im Unterricht wird sowohl Deutsch als auch Englisch gesprochen, und sie wird von Schweizer Kindern und Expat-Kindern besucht.

Ursprünglich eine Werbeveranstaltung

Rund 1000 Besucher haben die 14. Veranstaltung der Expat Expo am Sonntag laut den Organisatoren Ed und Melanie McGaugh besucht. «Eigentlich haben wir auf schlechtes Wetter gehofft», sagt Ed McGaugh, zeigt sich aber zufrieden mit dem Besucheraufmarsch. Ed McGaugh lebt seit 20 Jahren in der Schweiz, geboren ist er in Paris und aufgewachsen im Nahen Osten. Mit der Intention, sein Weingeschäft anzukurbeln, gründete er die erste Expat Expo im Jahre 2006. Inzwischen hat sich diese für ihn aber zu einem Vollzeit-Job gewandelt.

Sie zeigt eine eigene Welt. Vertreten ist etwa eine englischsprachige Kirche, ein Theater Networking-Club oder Handwerker wie «Peter the Handyman» aus Südafrika. Insgesamt sind 75 Aussteller vertreten. Auf das kleine Universum angesprochen sagt McGaugh: «Die Expats leben nicht einfach in einer Parallelgesellschaft, Expats besuchen oft auch Schweizer Events, denn gerade Angelsachsen sind sehr offen. Und die Expats lieben die Schweizer Kultur.»

Um das Netzwerken geht es beim International Men’s Club of Zug. Dort trifft man sich einmal wöchentlich am Stammtisch im Parkhotel. Zudem veranstalten sie zahlreiche Events wie Klettern oder Grillieren. Bei Thomas Döbeli von der Edlibacher Brauerei Bachweg Brewing dagegen dreht sich alles um das Bier. Wenn die Angelsachsen in die Schweiz kämen, seien sie sich den Geschmack des Schweizer Biers oft nicht gewohnt. Denn das Schweizer Bier sei leicht und süss, angelsächsische Bier dagegen bitter und würzig, weiss der Kenner.

Heimweh nach der Schweiz

Kathryn Edson aus Basel ist für die Democrats Abroad vor Ort. «Wir helfen Amerikanern im Ausland zu wählen, es ist sehr kompliziert, weil jeder Bundesstaat seine eigenen Regeln hat», sagt sie. Ausserdem unterstütze sie die Amerikaner in der Schweiz bei Steuerfragen, denn Amerikaner müssen bekanntlich auch dann Steuern abliefern, wenn sie im Ausland leben.

An der Expat Expo hat die Besucher so einiges begeistert. «Wir haben vieles erfahren, was wir sonst nicht gewusst hätten», sagt Jamie Hill aus Nordengland. «Und es werden auch viele wichtige Kontakte geknüpft», fügt Anna Azbetia aus Madrid an. Und auch für die Schweiz haben die Expats nur gute Worte übrig. «Wir kehrten einmal nach Grossbritannien zurück und stellten dann fest, wie sehr wir die Schweiz vermissen – deshalb sind wir jetzt wieder hier», sagt Hill.

Die englische «Zuger Zeitung»

Seit zehn Jahren gibt es «The Zug Post», wo Artikel der Tageszeitung auf Englisch erscheinen. Das Online-Magazin wurde nun gemeinsam mit der Expat-Internetplattform Zug4You einer Neukonzeption unterzogen.
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