Leserbrief

Wie man eine Metzgerei metzgt

«Aus für die letzte Altstadt-Metzgerei», «Zuger Zeitung» vom 25. Januar

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Nein, die Vegetarier sind nicht schuld, dass die Metzgerei Rogenmoser am 9. Februar ihre Tore schliesst und die Zuger Altstadt noch mehr verödet. Den Garaus machte dem gut geführten und beliebten Traditionsgeschäft eine Politik, die den Privatverkehr zum Feindbild erkoren hat und sich nicht um den Volkswillen kümmert. Der hat nämlich im Juni 2018 mit deutlichem Mehr gewünscht, dass die Parkplätze im Bereich der Altstadt erhalten bleiben. Aber nix da, Ideologie ist Ideologie. Sollen sie doch in die grossen Einkaufszentren fahren (Autos erlaubt), wenn Parkplätze vor Fachgeschäften fehlen. Sollen sie doch Leserbriefe schreiben, bis die Aufregung vorbei und die Zuger Altstadt ganz menschenleer ist.

Vegetarier mögen das Aus einer Metzgerei verkraften. Aber was, wenn diese Entwicklung weitergeht? Seine Liebsten nicht mehr mit einem spontanen Geschenk überraschen? Schuhe wegwerfen statt reparieren lassen? Was, wenn diese Politiker auch noch unsere Bibliothek, Coiffeur- und Kosmetiksalons, Schuhmacher, Papeterien und Optikgeschäfte metzgen? Schade, dass wir Wertvolles erst vermissen, wenn es unwiederbringlich weg ist.

Urs Killer, Baar