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Leserbrief

Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus

Zur Abstimmung am 24. November über das neue Denkmalschutzgesetz

Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Dieses Sprichwort kam mir in den Sinn, als ich mit der Denkmalpflege-Chefin den Fall der Aberen-Terrasse in Baar besprach. Sie hatte sich zu einem Augenschein eingefunden, nachdem die Überbauung als schützenswert ins Inventar aufgenommen werden sollte. Sie war auch gesprächsbereit, was wir schätzen, aber was sie forderte, darüber konnten wir uns nur wundern. Es fing schon mit der Begründung der Unterschutzstellung an. Dazu brachte sie einen Brief der ETH mit, der voller Fehler bei den Tatsachen war, aber als Grundlage für die Behörde diente. Als Bauherr mit meinem Architektenbruder kannte ich das Drum- und Dran aus eigener Erfahrung. Da wurde zwar die Überbauung als Musterbeispiel für den sorgsamen Umgang mit dem Terrain gerühmt; dabei hatten wir damals ganz simpel die höchst mögliche Ausnutzung gesucht. Diese ergab sich durch nahtloses Aneinanderbauen der 14 Häuser und einer gemeinsamen Heizung mit Ringleitung fürs warme Wasser unter der Zufahrtstrasse – alles nichts Aussergewöhnliches.

Schwierig wurde die Diskussion, als das Hausinnere in Betracht gezogen wurde. Unerfindlich ist uns, weshalb wir die Sockel in den Schiebetüren auf den ursprünglich höheren Stand anheben sollen, nachdem wir die Doppelverglasung mit einer Dreifachverglasung energetisch verbessert hatten, zumal man den Unterschied nur vom privaten Garten einsehen kann. Kritisch beurteilt die herunter gehängte Holzdecke im Wohnzimmer, die ich nicht zuletzt auf Empfehlung der Behörden zum Energiesparen eingebaut und mit Isoliermaterial gefüllt hatte. Bei den oberen Häusern in der Strassengalerie haben die Hauseigentümer in gegenseitiger Absprache die Briefkästen nach aussen versetzt und den Eingangsbereich mit einheitlichen Steinplatten belegt – was heftiges Stirnrunzeln bei der Beamtin auslöste. So ging’s weiter, mit dem Resultat, dass bei einer solch engen Auslegung des Denkmalschutzes viel Nützliches nach 50 Jahren herausgerissen werden müsste, ohne dass das Gesamtbild der Aberen-Terrasse verändert würde. Mit flexiblem Verständnis und Anpassung an die realen Verhältnisse darf bei solch rigider Denkmalpflege leider nicht gerechnet werden: Dass die Hauseigentümer sauer reagieren, kann nicht wundern.

Georg Stucky, Baar

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