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Wie viel Aufschub duldet das Verkehrsproblem in der Zuger Neugasse?

Rund um das Nadelöhr Neugasse muss etwas geschehen. Nur wann und wie, darauf hatte im Stadtparlament keiner eine Antwort.
Laura Sibold
Verkehrsengpässe sind auf der Neugasse mitten in der Stadt Zug an der Tagesordnung. Mehrmals täglich gibt es Stau oder stockenden Verkehr. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 29. Mai 2018)

Verkehrsengpässe sind auf der Neugasse mitten in der Stadt Zug an der Tagesordnung. Mehrmals täglich gibt es Stau oder stockenden Verkehr. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 29. Mai 2018)

Es brauche zuerst eine übergeordnete Gesamtstrategie, bevor kleinräumige griffige Massnahmen getroffen werden könnten, hielt Gemeinderätin Michèlle Willimann am Dienstag im Zuger Stadtparlament für die Fraktion Alternative/CSP fest und sprach damit den Konsens im Stadtparlament offen aus. Denn dass bezüglich Verkehrsengpässe auf dem Nadelöhr Neugasse in der Stadtzuger Altstadt etwas unternommen werden muss, darüber waren sich die Mitglieder des Grossen Gemeinderates (GGR) einig.

Vom Casino bis zum Bundesplatz wird die Innenstadt täglich von Tausenden Fahrzeugen geflutet. Das Verkehrsproblem besteht seit Jahren und potenzielle Lösungen – wie etwa der Stadttunnel, welcher 2015 bachab geschickt wurde – verkommen zur Makulatur.

Kurze Debatte mit grossem Konsens

Mittels Postulat wollten die FDP-Gemeinderätinnen Karen Umbach und Eliane Birchmeier (heute Baudirektorin) das Problem vor eineinhalb Jahren angehen. Sie wollen den Stadtrat beauftragen, Lösungen zur Entlastung des Nadelöhrs Neugasse zu evaluieren, mit dem Ziel einer nachhaltigen Belebung der Altstadt. Der Stadtrat legt im Zwischenbericht allerdings dar, dass konkrete Massnahmen erst zu einem späteren Zeitpunkt in Angriff genommen werden sollen – nämlich im Rahmen der Ortsplanungsrevision.

Wie viel Aufschub duldet ein Verkehrsproblem, das seit Jahren besteht? Offenbar doch noch etwas – diesen Eindruck erweckte zumindest die kurze Debatte am Dienstag im Stadtparlament. «Die vom Stadtrat für das Postulat geforderte Fristerstreckung ist logisch und für die FDP-Fraktion unumstritten. Wir freuen uns auf eine nachhaltige und vernünftige Aufwertung des Gebiets Neugasse im Gesamtkonzept», sagte etwa Karen Umbach. Nachdem sich die Postulantin als «sehr zufrieden» geäussert hatte, folgten ihrem Votum in der Detailberatung auch fast alle anderen Fraktionen.

«Wir wünschen uns ganzheitliche Lösungen»

Er freue sich auf baldige, im Frühjahr 2020 zu erwartende erste Ergebnisse, insbesondere bezüglich des Konzepts Mobilität und Freiraum, sagte Thomas Dubach im Namen der SVP-Fraktion, mahnte gleichzeitig aber auch etwas zur Eile. «Die Zuger Altstadt verdient es, bald – und nicht erst in Jahren – zielgerichtete Verbesserungsvorschläge auf den Tisch zu bekommen.» Derselben Meinung war die CVP-Fraktion. Die Ablehnung des Stadttunnels gehe nicht spurlos vorbei, betonte Benny Elsener (CVP). Sie bringe neue Herausforderungen, Lösungen für die Stadt müssten her. «Wir unterstützen das Vorgehen, dass die Ortsplanung in die Thematik einfliessen muss. Wir erwarten aber eine ganzheitliche Lösung, keine Pflästerli für den Freiraum und keine Pflästerli für die Parkierung», so Elsener. Auch die Fraktionen GLP und ALG/CSP befürworteten das Vorgehen des Stadtrates – im Widerspruch zur SP-Fraktion.

SP vermisst mutigen Lead des Stadtrates

Das Postulat renne grundsätzlich offene Türen ein, begann SP-Fraktionschef Urs Bertschi sein Votum. Angesichts der Herausforderungen in der Stadt Zug vermöge der kurze und einseitige Zwischenbericht des Stadtrates aber nicht zu überzeugen. «Wir hätten es begrüsst, wenn der Stadtrat bereits in Grundzügen Massnahmen aufgezeigt hätte. Denn in der Verkehrsplanung wäre ein mutiger Lead dringend notwendig.»

Die vom Stadtrat beantragte Fristerstreckung für das Postulat wurde gewährt. Das Anliegen, das Nadelöhr mittels Um- oder Unterfahrung zu entschärfen, wird somit in die Bearbeitung des Konzepts Mobilität und Freiraum einfliessen.

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