Wie viel Zug steckt in Viktor Vekselberg?

Obwohl der russische Oligarch eine Luxuswohnung in der Stadt bezogen hat, muss er um seinen Wohnsitzberechtigung bangen. Ausser er kann Zug als Lebensmittelpunkt nachweisen.

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Der Russische Investor Viktor Vekselberg bei einer Medienkonferenz in Zürich im September 2010. (Bild: Keystone)

Der Russische Investor Viktor Vekselberg bei einer Medienkonferenz in Zürich im September 2010. (Bild: Keystone)

Der Bau der luxuriösen Appartements am Zugerberghang ist seit diesem Frühling abgeschlossen. Die Attikawohnung gehört dem russischen Milliardär Viktor Vekselberg, wie Heinz Egolf bestätigt. Der Zürcher Bauunternehmer realisierte die Appartementwohnungen, von denen man beste Sicht auf den Zugersee geniesst. Vekselberg und seine Gattin Marina seien im Juni eingezogen. «Die Ehefrau ist ab und zu in der Wohnung in Zug», bestätigt Egolf. «Viktor Vekselberg kommt wohl selber eher selten vorbei. Er verbringt ja mehr als 50 Prozent seiner Arbeitszeit im Flugzeug, wie ich gehört habe.»

Die Vermutung, dass der Unternehmer nicht wirklich in Zug zu Hause ist, haben auch die hiesigen Behörden. Denn obwohl Vekselberg die 5,5 Millionen Franken teure Wohnung bereits vor Monaten zum Eigengebrauch gekauft und bezogen hat, ist er bis heute im Grundbuchamt nicht eingetragen.

Dies bestätigt Reto Jörimann, Stellvertretender Amtsleiter des Grundbuchamtes Zug. Über die genaueren Hintergründe gibt er aus Rücksicht auf das Amtsgeheimnis keine Auskunft. Laut einer mit dem Fall vertrauten Person liegen die Abklärungen jedoch nicht mehr beim Grundbuchamt. Denn wenn dieses nicht sicher ist, ob der Wohnungsinhaber selber regelmässig darin wohnt, geht der Fall an die kantonale Volkswirtschaftsdirektion.

Wie es scheint, droht dem Neuzuger Vekselberg also Widerstand in seinem Wohnkanton. Denn seit der verschärften Gesetzespraxis, die den Grundstückskauf durch Ausländer regelt (Lex Koller), müssen die Grundbuchämter verstärkt prüfen, ob sich der Lebensmittelpunkt des ausländischen Kaufinteressenten wirklich hier befindet.

Ernst Meier

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