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Wie weiter auf dem Baarer Lättich-Areal?

Die Motion zum Gebiet Lättich wird an der Gemeindeversammlung vom Mittwoch, 12. Dezember, zu reden geben. Auch eine weitere Steuersenkung steht zur Debatte.
Rahel Hug
Der FC Baar, der im Lättich trainiert, braucht mehr Platz. (Bild: Werner Schelbert (Baar, 18. September 2018))

Der FC Baar, der im Lättich trainiert, braucht mehr Platz. (Bild: Werner Schelbert (Baar, 18. September 2018))

Die Vorwürfe sind happig: Der Gemeinderat habe vieles versprochen, dann Ideen aber weder beachtet noch weiterverfolgt. Es geht um das Gebiet Lättich. Martin Pulver, der als Parteiloser erfolglos für die Gemeinderatswahl vom 7. Oktober kandidierte, hat im September die Motion für ein «Gesamtheitliches Infrastrukturprojekt für Sportbelange» auf dem Lättich-Areal eingereicht. Pulver, Präsident des FC Baar, sieht Handlungsbedarf. Die Gemeinde habe seit Jahren Kenntnis von den Engpässen auf dem Sportareal, habe jedoch nicht gehandelt.

In seinem umfangreichen Vorstoss fordert er eine Gesamtschau, eine Erweiterung der Fussballplätze sowie des Clubhauses sowie verschiedene Sofortmassnahmen wie den Umbau der Schwimmbad-Spielwiese in einen Kunstrasen, ein Provisorium mit Garderoben und Duschen und eine Traglufthalle. Über die Motion wird an der Gemeindeversammlung vom Mittwoch abgestimmt. Fünf weitere Traktanden stehen auf dem Programm (siehe Box).

Gemeinderat beantragt Teil-Erheblicherklärung

Wie in der Vorlage zu lesen ist, will der Gemeinderat zum Teil auf Pulvers Anliegen eingehen. So stellt er den Antrag, die Motion im Bereich «Erstellung eines gesamtheitlichen Infrastrukturprojekts für die Sportanlage Lättich» erheblich zu erklären. Im Budget 2019 sei ein Betrag für den «Masterplan Sportanlagen» enthalten.

Die Traktanden

An der Gemeindeversammlung vom Mittwoch, 12. Dezember (19.30 Uhr, Gemeindesaal), stehen folgende Traktanden auf dem Programm: Protokoll der Versammlung vom 13. September; Finanzplan 2019 bis 2023; Budget 2019; Ortsplanungsrevision 2020, Planungskredit; Motion der ALG betreffend Aktionsplan «Grüne Stadt»; Motion von Martin Pulver für ein «Gesamtheitliches Infrastrukturprojekt für Sportbelange in der Region Lättich». (rh)

Die Erkenntnisse aus diesen Abklärungen sollen schliesslich die Grundlage bilden, welche in die Ortsplanungsrevision einfliessen kann. «Dem Anliegen wird somit Rechnung getragen», schreibt der Gemeinderat. Auch den Bau eines Provisoriums für Garderoben und Duschen will der Rat angehen. Die möglichen Standorte seien geklärt und die genaueren Kosten ermittelt worden. «Die Kostenbeteiligung ist mit dem FC Baar noch auszuhandeln.»

Der Umbau der Spielwiese beim Freibad in ein Kunstrasenfeld kommt für den Gemeinderat aber nicht in Frage – aus mehreren Gründen. Unter anderem dürften direkt angrenzend an eine Naturschutzzone keine Aufschüttungen und grössere Terrain-Veränderungen vorgenommen werden. Beim Umbau der Spielwiese und beim Bau einer Traglufthalle beantragt der Gemeinderat deshalb eine Nicht-Erheblicherklärung der Motion. Als Argument gegen eine Traglufthalle führt er unter anderem die engen Platzverhältnisse ins Feld.

Die Parteien stehen grossmehrheitlich hinter dem Gemeinderat – doch das Traktandum wurde intensiv diskutiert. «Die gesamthaften geforderten Investitionen nehmen Dimensionen an, für welche nicht eine Gemeinde aufkommen soll», ist etwa die FDP der Meinung. Es könne nicht Aufgabe der öffentlichen Hand sein, eine solche Infrastruktur zu erstellen und zu unterhalten. Die SP zeigt sich «etwas irritiert» über die Argumente des Gemeinderats zur Traglufthalle. Er schreibe, eine solche sei schwierig zu realisieren. «Der Motionär hingegen belieferte die Parteien mit drei Offerten, die scheinbar ‹einfach› zu realisieren sind.»

Steuerfuss: Kommissionen und Gemeinderat uneinig

Dies bestätigt Martin Pulver. Er sei verwundert über die Argumentation des Gemeinderats, erklärt er in einer Stellungnahme. Insbesondere bezüglich der Realisierbarkeit einer Traglufthalle hätten seine umfassenden Abklärungen schlicht ein anderes Ergebnis hervorgebracht. Zu reden geben wird an der Gemeindeversammlung auch das Budget 2019. Genauer: der Steuerfuss. Während der Gemeinderat vorschlägt, diesen bei 53 Prozent beizubehalten, sprechen sich die Finanzkommission sowie die Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission für eine Senkung auf 51 Prozent aus.

Die SVP und die FDP unterstützen diesen Vorschlag. «Selbst mit einem Steuerfuss von 51 Prozent können in den nächsten fünf Jahren noch Vorfinanzierungen für Infrastrukturprojekte in der Höhe von knapp 50 Millionen getätigt werden», schreibt die SVP. Die CVP teilt mit, man habe sich «nach intensiven Diskussionen» hinter den Gemeinderat gestellt. «Die CVP will den Steuerwettbewerb nicht weiter anheizen», heisst es in der Stellungnahme. Mit dem gleichen Argument stellen sich auch die linken Parteien gegen eine Steuersenkung. Zudem sei die Wirtschaftslage unsicher, auf die Gemeinde kämen grosse Investitionen zu, schreibt die ALG. Baar hat den Steuerfuss zuletzt für das Jahr 2018 gesenkt, und zwar von 56 auf 53 Prozent.

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