Leserbrief

Wie wichtig sind Väter?

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Es ist rührend, wie etwa in der «Arena» des Schweizer Fernsehens die Bedeutung der Väter in den ersten zwei Lebenswochen eines Kindes emporstilisiert wird. In zwei Wochen, während der der Säugling die meiste Zeit im Schosse des Schlafes weilt.

Die Scheinheiligkeit dieser Aussage zeigt sich in entlarvender Deutlichkeit angesichts der Tatsache, dass 40 Prozent der Ehen geschieden werden. Hier geht es dann plötzlich nicht mehr um das Kindeswohl, sondern um die puren Interessen der Eltern. Die Väter bleiben weitgehend abwesend. Die Kinder sehen ihre Väter nur noch strukturiert zu Zeitpunkten, welche den Eltern genehm sind, während denen sie aber vielleicht lieber Zeit mit ihren Spielkameraden verbringen würden. In Momenten, da sie sich zu den Vätern hingezogen fühlen und diese brauchen würden, sind die Väter inexistent. Wäre es nicht viel wichtiger, Scheidungen zu verhindern, als in zwei Wochen eine idealisiert dargestellte Kind-Vater-Beziehung zu schaffen?

Geht es mit dem Vaterschaftsurlaub nun um das Wohl des Kindes oder schlicht und einfach um zwei zusätzliche Ferienwochen für die Väter?

Heinz Sennrich, Steinhausen