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WILDHEGE: Von den Mähmaschinen geht eine tödliche Gefahr aus

Bauern und Jäger sollen im Moment unbedingt zusammenarbeiten, sagt Al-fred Meier. Dies, um Rehkitze vor dem Tod zu bewahren.
Charly Keiser
Glück gehabt: Ein Rehkitz wurde vor dem Mähen aus dem hohen Gras geholt und in Sicherheit gebracht. (Archivbild Nadia Schärli)

Glück gehabt: Ein Rehkitz wurde vor dem Mähen aus dem hohen Gras geholt und in Sicherheit gebracht. (Archivbild Nadia Schärli)

Charly Keiser

Jäger schiessen auf Wild. Logisch. Doch Jäger hegen, pflegen und schützen auch Wildtiere. Was den Schutz der Rehe angeht, ist jetzt die entscheidende Zeit. Denn im Mai und Juni wird mit dem Mähen der Futtergraswiesen begonnen. Viele – vor allem zu viele – Rehkitze werden jedes Jahr Opfer von Mähmaschinen. Dies, weil die Kitze das angeborene Verhalten haben, sich in den ersten Lebenswochen bei Gefahr im hohen Gras zu ducken. Darum werden sie oft nicht gesehen oder entdeckt und sterben einen grausamen Tod.

Modern oder altmodisch

Es gibt aber einige Möglichkeiten und Vorkehrungen, um die süssen, kleinen Rehe vor dem sicheren Tod zu bewahren, wie Alfred Meier, Präsident des Zuger Kantonalen Patentjägervereins, erklärt. Dabei werde heutzutage zwischen «modernen» und «altmodischen» Methoden unterschieden. Neu werden Drohnen eingesetzt, die mit einer Wärmebildkamera ausgerüstet sind. «Wir haben vorgestern rund sechs Hektaren Wiesland mit der altmodischen Art von Kitzen befreit beziehungsweise dafür gesorgt, dass die Rehgeissen keine Kitze im Gras ablegen», erzählt Meier. Trotzdem hätten sie dank einer Drohne danach noch ein Kitz gefunden, das wohl allerdings gross und mobil genug gewesen sei, um sich vor der Mähmaschine in Sicherheit zu bringen. «Ja, die Drohnen sind wohl die Zukunft beim Schutz der Kitze», antwortet Meier auf die entsprechende Frage und fügt an. «Aber das ist natürlich eine Frage des Geldes. Kostet doch so eine Drohne im Moment noch zwischen 50 000 bis 100 000 Franken.»

Richtig mähen, rettet Kitze

Das Allerwichtigste sei, wie gemäht werde, betont Alfred Meier. Darum sei es auch so dringend nötig, dass Bauern und Jäger zusammenarbeiten. So würden erstens beim Anmähen der Wiesen am Vorabend die Rehgeissen in Alarmbereitschaft versetzt. «Sie fühlen sich nicht sicher und bringen womöglich ihre Kitze an einen anderen Ort.»

Es muss von innen nach aussen gemäht werden, damit die Wildtiere weichen können und nicht isoliert werden. Entlang von Strassen soll an der Strasse begonnen und von der Strasse weg weitergemäht werden. Grosse Parzellen sollten in kleinere Einheiten aufgeteilt werden. Stösst die Wiese an einen Wald, muss aus Distanz in Richtung Wald gemäht werden. Damit die Rehgeissen ihren Nachwuchs nicht auf den Wiesen ablegen oder schon abgelegte Kitze wegbringen, werden am Vorabend Scheuchen aufgestellt: Dazu werden weisse Tücher oder Plastiksäcke auf Stangen, Baustellenwarnblinker an Stangen, akustische Warnsignale (Radio) oder Gasballone an Grashalmen festgebunden. Dies würden die Jäger gerne machen, sagt Meier – wichtig sei aber, dass die Bauern die ortsansässigen Jäger zur richtigen Zeit mithelfen lassen. «Wenn wir am gleich Strick ziehen, können wir sicher 90 Prozent der Kitze retten.

Hinweis

Unterstützung bei der Rehkitzrettung gibts beim Hegechef des Zuger Kantonalen Patentjägervereins Hannes Brandenberg unter 079 552 49 42, Präsident Alfred Meier, 079 434 34 88, sowie beim Wildhüter. Während der Bürozeit unter 041 728 35 22; ausserhalb unter 041 728 41 41.

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