Wildtiere im Siedlungsraum: Erfolgreicher Start der Meldeplattform Wilde Nachbarn im Kanton Zug

Die Mitte März lancierte Meldeplattform Wilde Nachbarn im Kanton Zug wird rege genutzt. Bereits über 700 Beobachtungen wurden in den vergangenen acht Monaten gemeldet.

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Dieses Reh wurde auf zug.wildenachbarn.ch gemeldet ...

Dieses Reh wurde auf zug.wildenachbarn.ch gemeldet ...

Bild: PD

(haz) Viele Wildtiere leben direkt vor unserer Haustüre: Vierzig der neunzig Säugetierarten, die in der Schweiz vorkommen, bewegen sich auch im Siedlungsgebiet. Füchse, Dachse, Eichhörnchen, Igel und sogar Rehe leben Seite an Seite mit uns, doch wir nehmen sie kaum wahr, heisst es in einer Medienmitteilung der Projektträgerschaft Wilde Nachbarn Zug . Die scheuen, meist nachtaktiven Wildtiere sind wahre Meister darin, sich unbemerkt durch unsere Gärten zu bewegen.

Die Zuger Gemeinden, der Kanton Zug und die Naturschutzorganisationen laden deshalb seit geraumer Zeit dazu ein, Tierbeobachtungen auf zug.wildenachbarn.ch zu melden.

Bereits über 700 Beobachtungen

... ebenso wie dieser Fuchs ...

... ebenso wie dieser Fuchs ...

Bild: PD

Im März 2020 wurde dazu die Meldeplattform zug.wildenachbarn.ch lanciert. Seither sind laut Medienmitteilung bereits über 700 Wildtierbeobachtungen eingegangen, was einer hohen Meldezahl für die relativ kurze Zeitdauer entspricht. Am häufigsten wurden Füchse und Igel gemeldet. Die hohe Anzahl an Igelmeldungen ist insbesondere erfreulich, da sie in einem Zusammenhang mit dem Projekt «Igel gesucht» stehen dürfte, welches im Sommer 2020 in der Gemeinde Cham durchgeführt wurde. Neben Füchsen und Igeln folgten in der Rangliste Meldungen von Rehen, Eichhörnchen, Dachsen, Blindschleichen und Gämsen. Es wurden aber auch viele seltenere Arten wie das Hermelin, Feldhasen, Gelbbauchunken und Hirschkäfer gemeldet. Zu knapp der Hälfte der Beobachtungen wurde ein Bild hochgeladen. Diese Bilder können in der Galerie der Plattform angeschaut werden.

Wildtiere auch im Herbst und Winter beobachten

Auch mit den zunehmend kühler werdenden Temperaturen können Wildtiere oder deren Spuren im Siedlungsraum beobachtet werden. Die Wintervorbereitungen vieler Tiere hinterlassen Spuren, die man mit etwas Glück entdecken kann. Beispielsweise verraten abgenagte Fichtenzapfen und halbierte Haselnüsschen die Anwesenheit von Eichhörnchen. Im Winter zeigen Spuren im Schnee das nächtliche Treiben der Wildtiere. Entsprechende Meldungen können weiterhin mit oder ohne Bild auf der Plattform zug.wildenachbarn.ch eingetragen werden. Die Informationen helfen, Wissenslücken über die Nutzung der Siedlungsgebiete durch grössere und kleinere Wildtiere zu schliessen.

... und dieser Alpensalamander.

... und dieser Alpensalamander.

Bild: PD

Gemeinsames Projekt: Breite Trägerschaft

An der Projektträgerschaft «Wilde Nachbarn Zug» beteiligen sich der WWF Zug, Pro Natura Zug, der Zuger Vogelschutz, der Verein Lebensraum Landschaft Cham, der Kanton Zug und viele Zuger Gemeinden. Es sind dies namentlich: Baar, Cham, Hünenberg, Menzingen, Oberägeri, Unterägeri, Risch, Walchwil und die Stadt Zug. Das Projekt «Wilde Nachbarn» wurde vom Verein StadtNatur erarbeitet und bereits in anderen Schweizer Regionen erfolgreich umgesetzt. Das Schwesterprojekt «StadtWild-Tiere» wird in Zürich und weiteren Städten bereits seit 2013 von der Bevölkerung rege genutzt und hat bisher wichtige Erkenntnisse geliefert.