Wildtiere
Jagdsaison in Zug: Rund 200 Rehe, aber noch keine Gämse geschossen

Im September begann die Jagdsaison im Kanton Zug. Bislang sei man auf Kurs, sagt der zuständige kantonale Amtsleiter.

Vanessa Varisco
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Rehe dürfen am meisten geschossen werden.

Rehe dürfen am meisten geschossen werden.

Bild: Stefan Kaiser (Alosen, 24. Mai 2012)

Die Jagdsaison ist eröffnet. Schon eine ganze Weile. Ab dem 1. September sind die Jäger im Kanton Zug unterwegs, anfangs vor allem in höheren Lagen. Vom 1. bis zum 22. September werden jeweils Hirschen geschossen, an festgelegten Tagen im Oktober und November findet die Rehwildjagd statt und von November bis Januar ist die Jagd auf jagdbare Vögel und Haarraubwild – dazu zählen unter anderem Füchse – offen.

Wie läuft die Jagdsaison bislang? Martin Ziegler, Leiter vom Amt für Wald und Wild, erklärt: «Die Ziele der Hochwildjagd wurden erreicht, bei der Niederwildjagd ist man ‹auf Kurs›.» Auf der Website des Amtes sind Zahlen zur Hochwildjagd veröffentlicht: Nach 13 Jagdtagen ist am 22. September die Zuger Hirschjagd zu Ende gegangen. 145 Jägerinnen und Jäger waren jagdberechtigt. Insgesamt konnten 34 Stück Rotwild erlegt werden. Gejagt wird dabei vor allem in den Zuger Berggemeinden sowie auf dem Zuger- und Walchwilerberg.

Die Hochwildjagd findet jeweils in den Berggemeinden und auf dem Walchwiler- sowie Zugerberg (im Bild) statt.

Die Hochwildjagd findet jeweils in den Berggemeinden und auf dem Walchwiler- sowie Zugerberg (im Bild) statt.



Bild: Matthias Jurt (Zugerberg, 24. Juli 2020)

Auch zu der Rehwildjagd, die gemäss Ziegler auf Kurs ist, gibt es Zahlen: Bislang wurden 199 Tiere geschossen, etwas über 160 sind noch offen. Martin Ziegler kommentiert das mit: «Die Abschüsse bewegen sich im Verhältnis zum freigegebenen Kontingent im langjährigen Durchschnitt. Man liegt also in der Zeit.»

Mit dem Inkrafttreten der neuen Jagdverordnung im Frühling 2019 kann im Kanton Zug die Gämse als jagdbar erklärt werden. Im Rahmen eines Pilotversuchs werden im Jagdjahr 2021/22 zum ersten Mal im Kanton Zug drei Gämsen zur Jagd freigegeben.«Die drei Tiere sind nicht für alle Jäger zur Bejagung offen, sondern wurden nach einem festgelegten Verfahren drei Jägern zugeteilt.» Nach aktuellem Stand (20. Oktober) wurde noch keine Gämse erlegt.

Die Gämse (hier eine Aufnahme von der Melchsee-Frutt) ist seit der laufenden Saison auch im Kanton Zug jagdbar.

Die Gämse (hier eine Aufnahme von der Melchsee-Frutt) ist seit der laufenden Saison auch im Kanton Zug jagdbar.

Bild: Romano Cuonz (29. Mai 2020)

Die Bestände sind stabil

Ein wichtiges Orientierungsmass, um das Abschusskontingent der Rehe zu bestimmen, sind die flächendeckenden Zählungen, welche die Jägerinnen und Jäger jeweils im Frühling durchführen. Eine Zählung im Frühjahr 2020 habe ungefähr 5 Prozent weniger Rehe ergeben, weshalb auch ein etwas geringerer Anteil zum Abschuss freigegeben wurde. Grundsätzlich, räumt Martin Ziegler ein, sind aber die Rehwildbestände seit Jahren stabil. «Geringfügige Schwankungen sind normal», erklärt er.

Kürzlich feierte der Zuger Kantonale Patentjägerverein sein 100-jähriges Bestehen. Zu sehen waren natürlich auch Trophäen.

Kürzlich feierte der Zuger Kantonale Patentjägerverein sein 100-jähriges Bestehen. Zu sehen waren natürlich auch Trophäen.

Bild: Stefan Kaiser (Baar, 25. September 2021)

Durch den Abschuss würden die Wildbestände nachhaltig reguliert. Ziegler: «Dies dient dem Schutz des Waldes vor übermässigem Verbiss und dem Erhalt eines gesunden Wildbestandes.» Ausserdem liesse auch die stark genutzte Landschaft nur eine begrenzte Anzahl Tiere zu. Die Folge von höheren Beständen wären beispielsweise die Zunahme von Verkehrsunfällen mit Wildtieren oder mehr Schäden, die durch jene verursacht werden. «Natürlich» reguliert werden die Wildtierbestände über Grossraubtiere und insbesondere bei übergrossen Populationen über Parasiten oder Krankheiten. «Dabei gehen Tiere häufig qualvoll zugrunde», schildert Martin Ziegler. Die Jagd greife dem vor und sorgt für angepasste und gesunde Wildbestände.

Zu den grossen Raubtieren zählt der Wolf, welcher auch auf Zuger Boden schon mehrmals gesichtet wurde. Seit dem Frühling dieses Jahres ist beim Amt für Wald und Wild jedoch keine Meldung über eine Wolfsichtung mehr eingegangen.

Keine illegale Jagd bekannt

Über die enge Begleitung des Wildgeschehens kontrolliert das Amt, dass die Jagd rechtmässig und geordnet durchgeführt wird. Gibt es Fälle von Wilderei, also Jagen ohne Patent? «Es sind uns keine illegalen Jagdaktivitäten bekannt», antwortet der Amtsleiter auf die Frage.

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