Leserbrief

Windkraftanlagen sind nicht das Problem

«Windkraftgegner suchen Vogelfotos», Ausgabe vom 12. März

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Als Vogel- und Windkraftfreund beschäftigt mich die Thematik sehr. Es gilt nicht, die Bedenken unter uns Vogelfreunden zu verharmlosen aber mit ein paar Zahlen richtig zu gewichten. Die grösste Gefahr für Vögel geht nach Studien in Deutschland nicht von den heute 27 000 Windkraftanlagen mit 10 000 bis 100 000 Opfern aus. Mindestens 18 Millionen kommen durch Vogelschlag an Glasfassaden von Gebäuden ums Leben. Weitere 1,5 Millionen (also mehr 10x soviel wie bei Windrädern) sterben durch Stromleitungen.

Diese Opferzahlen könnten durch technische und gestalterische Massnahmen massiv reduziert werden. Im Strassenverkehr (im mittleren zweistelligen Millionenbereich, Studie 2004) und vor allem durch Katzen (weit über 20 Millionen) werden noch mehr Vögel getötet. Diese beiden Ursachen lassen sich nicht so einfach korrigieren.

Die grössten Artenverluste wird der Klimawandel bringen. Die Windkraftnutzung ist ein Teil der Lösungen dieses Problems. Die nach obigen, mit deutscher Gründlichkeit angestellten Berechnungen und Studien sowie die sorgfältigen Abklärungen des Projektteams Windpark Lindenberg sollten starke Argumente sein. Das Pflichtenheft zur Umweltverträglichkeitsprüfung wurde – nota bene – basierend auf den Empfehlungen der Vogelwarte Sempach erarbeitet.

Lassen wir Vogelfreunde uns nicht vor den Karren der Windkraftgegner spannen, setzen uns für den Windpark Lindenberg ein und versuchen die Vögel dort zu schützen, wo es sinnvoller und ergiebiger ist, nämlich bei den Glasfassaden und Stromleitungen. An den jetzigen Tagen mit Föhnlage kann ich von Zug aus den Windpark Rohrenkopf ennet der Grenze im Südschwarzwald mit dem Fernglas sehen und bin dabei schon etwas neidisch, weil wir bei uns in der Schweiz noch nicht soweit sind. Mit einer gewissen Ungeduld und Vorfreude erwarte ich deshalb den Windpark Lindenberg mit seinen fünf Windrädern!

Victor Zoller, Zug