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Windkraftgegner suchen Vogelfotos vom Lindenberg

Der Verein Pro Lindenberg will aufzeigen, dass die Windpark-Initianten ein falsches Bild von der Vogelwelt vermitteln. Zu diesem Zweck erhoffen sich die Windkraftgegner Fotos der Bevölkerung.
Eddy Schambron
Wo brüten welche Vögel auf dem Lindenberg? Im Hintergrund der Mast für die Windmessungen auf dem Horben. (Bild: Eddy Schambron)

Wo brüten welche Vögel auf dem Lindenberg? Im Hintergrund der Mast für die Windmessungen auf dem Horben. (Bild: Eddy Schambron)

Jetzt ruft Pro Lindenberg, der Verein gegen Windkraftanlagen auf dem Lindenberg, die Öffentlichkeit zu den Vogelbeobachtungen im Bereich Horben/Grod/Sonneri und zur fotografischen Dokumentation auf. Die Umweltverträglichkeitsprüfung seitens der Windparkinitianten habe ein falsches Bild von der Vogelwelt auf dem Lindenberg gegeben. «Die Kartierungen der Vogelwelt auf dem Lindenberg basierte auf vier Beobachtungstagen von der Firma Nateco/Basel, ausgeführt im Auftrag der Windparkinitianten. Wir als Einheimische, tägliche Beobachter wollen dies richtig stellen und nicht so hinnehmen, wie es bisher dargestellt wurde. Unsere eingesendeten Daten wurden nicht berücksichtigt in der Analyse.»

In der Sommerzeit seien an Spitzentagen bis zu 80 Weissstörche auf dem Lindenberg gezählt worden. Über 30 Rotmilanpaare hätten in der südlichen Area des Lindenbergs ihre Nester. Wanderfalken und Feldlerchen und andere geschützte Vogelarten hatten ihre Heimat in diesem Naherholungsgebiet. Die geplanten Windkraftanlagen würden mit Sicherheit eine Bedrohung für diese geschützten Vogelarten darstellen, heisst es bei Pro Lindenberg. «Vermutlich werden, wenn dieses Projekt bewilligt wird, keine Greifvögel mehr auf dem Lindenberg sesshaft sein.»

Konfliktpotenzialkarten wurden erstellt

Tatsächlich hat die Vogelwarte Sempach im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt schweizweit die Beeinträchtigung die Vogelwelt durch die Nutzung der Windenergie eingeschätzt und entsprechende Konfliktpotenzialkarten erstellt. Das Konfliktpotenzial für die Brut- und Gastvögel bei einem Windpark Lindenberg wird dabei als gering eingeschätzt. Es würden «eher keine» weiteren sensiblen Arten erwartet als die acht aufgeführten Arten: Weissstorch, Rotmilan, Schwarzmilan, Habicht, Sperber, Mäusebussard, Baumfalke und Feldlerche. Nur der Weissstorch gilt gemäss Roter Liste Schweiz als eine gefährdete Art. Nach den Untersuchungen der Vogelwarte Sempach 2017 in Peuchapatte JU zum Vogelschlag an einem bestehenden Windpark mit drei Windkraftanlagen (82 Meter Rotordurchmesser, 150 Meter Gesamthöhe) wird bei den Zugvögeln, unter Berücksichtigung der Verluste durch Raubtiere und der nicht gefundenen Opfer, davon ausgegangen, dass der Windpark je Windkraftanlage zwischen 15 und 32 Schlagopfer forderte. Dies entspreche 0,004 Prozent bis 0,008 Prozent der Vögel, die über den Windpark zogen.

«Die gefundenen Schlagopfer waren keine geschützten Arten und keine Raubvögel. Raubvögel waren nachweislich anwesend und wurden in Fotofallen festgehalten (zum Beispiel Rotmilane). Sie verunfallten jedoch im Windpark Peuchapatte nicht», wird von Roland Eichenberger von AEW/Windpark Lindenberg in einer entsprechenden Dokumentation dargelegt. Und er macht den Vergleich mit der Hauskatze, die jedes Jahr etwas mehr als einen Vogel erwischt. «Die 1,66 Millionen Schweizer Katzen reissen jedes Jahr rund 1,8 Millionen Vögel (Naturama Aargau, 2016).» Pro Lindenberg will nun mit entsprechenden Aufnahmen beweisen, dass sich die Situation auf dem Lindenberg anders darstellt als geschildert. Dazu ist allerdings notwendig, dass die Fotos vor allem von Rotmilanen, Störchen, Schwarzmilanen, Falken, Uhus und Feldlerchen, die mit ihrem Brutvorkommen unter Schutz stehen, mit GPS-Kamera-Apps aufgenommen werden. «Wir können nur Fotos mit GPS-Angaben und Datum/Zeitangaben zur rechtlichen Verwertung anwenden», hält Isi Schennach von Pro Lindenberg im neusten Newsletter der Vereinigung fest. «Wir kartieren die Vogelbeobachtungen und senden diese erneut ein. Wir brauchen diese Angaben jetzt, von März bis April/Mai sind die Brutnester besetzt.»

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