Windpark-Entscheid fällt im Jahr 2021

Die definitiven Standorte in Beinwil sind bestimmt, das Mitwirkungsverfahren beginnt nächstes Jahr.

Eddy Schambron
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Franco Castelanelli, Projektleiter neue Energien bei den CKW (links), und David Gautschi, Leiter Erneuerbare Energie.

Franco Castelanelli, Projektleiter neue Energien bei den CKW (links), und David Gautschi, Leiter Erneuerbare Energie.

Bild: Eddy Schambron

Jetzt sind die genauen Stand­orte der vier Windkraftanlagen der Windpark Lindenberg AG festgelegt – jetzt ist klar, dass die Gemeinde Beinwil voraussichtlich 2021 über die notwendige Nutzungsplanänderung abstimmen wird.

Festgelegt ist auch, welcher Typ Windrad auf dem Lindenberg Strom produzieren soll. Anfang nächsten Jahres wird die Mitwirkung durchgeführt, bei der auch Leute, die nicht in der Gemeinde Beinwil wohnen, Stellung zum Projekt nehmen können.

«Wir wollen umfassend informieren»

In einer Ausstellung zeigte die Windpark Lindenberg AG in Beinwil gestern und vorgestern den Stand der Planung und der Abklärungen. Das Gleiche wird am 9. und 11. Dezember noch im Pfarrheim in Hitzkirch zu sehen sein. «Wir wollen umfassend informieren», unterstreicht Louis Lutz von der AEW Energie AG, die zusammen mit der Centralschweizerischen Kraftwerke AG (CKW) und der SIG, Services Industriels de Genève die Windpark Lindenberg AG bildet. Die Gesamthöhe der gewählten Windkraftanlage beträgt 229Meter, die Nabenhöhe liegt bei 150 Metern und die drei Rotorblätter verfügen über eine Blattheizung als Enteisungsanlage. Sie steht auf einem Fundament mit einem Aussendurchmesser von 24,5 Metern mit einer Gesamttiefe von 2,6 Metern, wovon sich 1,1 Meter unter Boden befinden.

Wie aber sieht es mit den Auswirkungen auf das auf dem Lindenberg reichlich vorhandene Grundwasser aus? Im bis jetzt über zehn Monate dauernden Markierversuch hätte sich gezeigt, dass keine Verbindungen zwischen den geplanten Anlagestandorten und den öffentlichen Grund- und Quellwasserfassungen bestehen, hält die Windpark Lindenberg AG fest. «Eine Verminderung des Grundwasserflusses oder dessen Verunreinigung aufgrund des Baus der Windenergieanlagen ist nicht zu erwarten.» Tatsächlich habe die Ergiebigkeit von Quellen in jüngster Zeit nachgelassen, sagt Lutz, was aber wohl auf die vermehrte trockene Witterung oder einer zunehmenden Nutzung zurückzuführen sei. Deshalb könnte eine neu zu erstellende Trinkwasserleitung vom Reusstal nach Beinwil diese Schwankungen ausgleichen. Der Windpark Lindenberg sei bereit, diese Leitung mitzufinanzieren.

In der Ausstellung zeigen Animationen auch, wie die Anlagen von verschiedenen Standorten aus zu sehen sein würden. Werden bestehende Grenz­werte für Schattenwurf überschritten, würden die Anlagen, überwacht von einem entsprechenden Modul, automatisch abgeschaltet, versprechen die Betreiberinnen. Das Gleiche geschehe im Winter bei Eis­ansatz an den Rotorblättern. Dann werde die Blattheizung aktiviert und die Anlage erst wieder in Betrieb genommen, wenn sie eisfrei ist. Beim Schall würden bei allen bewohnten Gebäuden in der Landwirtschaftszone die strengeren Nachtgrenzwerte eingehalten, in den Wohnzonen deutlich unterschritten.

Weiter erachtet die Betreiberin nach Untersuchungen (die AZ berichtete) das Konfliktpotenzial für Vögel und Fledermäuse als relativ gering. Mit Zugvogelradar und Messung von Fledermausaktivitäten soll dieses durch Abschaltung der Anlage, falls nötig, nochmals minimiert werden.