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Leserbrief

Windräder, öffentlicher Verkehr – alles nur heisse Luft?

«Widerstand gegen Windräder bleibt», Ausgabe vom 11. Mai

Die Fotomontage im Internet mit den geplanten Windräderriesen auf dem Lindenberg hat mich erschreckt. Wie bereits andernorts soll auch diese einmalig schöne Landschaft brutal verunstaltet werden. Dabei decken die bereits bestehenden 36 Gross-Windenergieanlagen in unserem Land bescheidene 0,2 Prozent des gesamten Energiebedarfs. Selbst wenn dereinst mehrere hundert dieser Monster in Betrieb sein sollten – wovor uns der gesunde Menschenverstand und ein Mindestmass an Heimatliebe bewahren mögen! –, wird der Gesamtanteil noch immer weit unter zehn Prozent liegen. Und die Touristen bleiben einer solch verunstalteten Schweiz fern.

Windkraftanlagen machen allein im offenen Meer einen gewissen Sinn. Die fünf je 229 Meter wahnsinnshohen Anlagen werden niemals rentieren, denn sie funktionieren nur, wenn auch der erforderliche Wind merkbar bläst. Und was noch mehr ins Gewicht fällt: Während etlichen Jahren bringen diese überhaupt keinen Nutzen, denn da gilt es erst einmal die Produktions-, Erstellungs- und Leitungskosten zu amortisieren (Fachbegriff: Graue Energie).

In Norddeutschland gibt es eine ganze Reihe von kleineren Dörfern, die von solchen Windrädern geradezu umzingelt sind. Deren Bewohner haben davon längst genug, denn nicht nur verloren ihre Häuser merklich an Wert, die Rotorengeräusche sind eine absolute Zumutung, ganz zu schweigen von den tödlichen Gefahren für Vögel und Fledermäuse. Zum Glück gibt es hierzulande, wo solcher Unsinn geplant ist, überall berechtigten Widerstand insbesondere von Naturschutzorganisationen. Als am 4. Mai in dieser Zeitung das Vorhaben der Windpark Lindenberg AG vorgestellt wurde, trug der entsprechende Artikel den Titel «Die grössten Windräder der Schweiz». Wesentlich zutreffender wäre gewesen: «Die grösste Dummheit der Schweiz».

Urs Diethelm, Zug


Immer wieder faszinierend, wenn Vertreter links-grüner Parteien zu erklären versuchen, das Bahn-/Busfahren schon fast einen Beitrag zur Verbesserung der Umwelt darstellt. Auch wenn eine Zugfahrt etwas weniger umweltschädigend ist als eine Autofahrt, ein Beitrag zum Umweltschutz ist staatlich verbilligtes Zugfahren bei weitem nicht.

So fährt nebst einem Passagier in einem durchschnittlich ausgelasteten Zug (FV Dosto) rund 500 Kilogramm Eisen/Alu mit. Dass dieses Material nicht auf Bäumen wächst und mit viel Energie hergestellt werden musste, wird beim Auto gerne verteufelt, beim Zug/Bus aber ebenso gerne verschwiegen. Dass das Zug-/Busfahren massiv staatlich subventioniert wird (obwohl umweltschädigend), aber weder meine Schuhe noch mein Velo, welche noch umweltfreundlicher sind, ist dann nicht nur inkonsequent.

Dass nun die SBB plant, ewigen Studenten bis weit über 25 Jahre die GA nicht mehr derart stark zu subventionieren, ist nachvollziehbar. Die Behauptung, wenn der Preis steigt, fahren die dann alle wieder Auto, ist nur lächerlich. Wer fährt ein Jahr Auto für 4000 Franken? Immerhin kosten Parkplatz, Versicherung, Steuer bereits mehr als das GA. Ok, vielleicht nicht bei staatlich subventionierten Anwohnerparkkarten z. B. in der Stadt Zug.

Merkwürdig ist aber, dass bei jeder passenden Gelegenheit die Aussage erfolgt, dass Umweltschutz etwas kosten darf, nun aber, dass der zu rund 50 Prozent subventionierte öffentliche Verkehr zwar immer mehr ausgebaut, der Komfort erhöht, dann nichts kosten soll. Wer glaubt, er helfe der Umwelt nur, weil er/sie immer mehr Bahn/Bus fährt, der irrt. Auch die Bahn verbraucht Energie, und die Infrastruktur benötigt Unterhalt. Wir lassen uns als Steuerzahler den ÖV viel kosten, aber die Benutzer sollen auch einen Beitrag leisten.

Karl Künzle, Menzingen

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