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WINTER: Einige Frosttage fehlen noch

Der Zugersee fror zuletzt 1936 komplett zu. Heuer ist dieses Szenario sehr unwahrscheinlich geworden. Die Gemeinden sind dennoch auf den Ernstfall vorbereitet.
Im Jahr 2006 fror der Ägerisee zumindest teilweise zu. Archivbild (Archivbild)

Im Jahr 2006 fror der Ägerisee zumindest teilweise zu. Archivbild (Archivbild)

Lionel Hausheer

Aus der Erfahrung von 2006 weiss die Gemeinde Unterägeri, dass man sehr flexibel sein muss, will man den zumindest teilweise gefrorenen See der Bevölkerung zugänglich machen. Innerhalb von Stunden musste die Eisfläche wieder geräumt werden, da der Föhn für zu warme Temperaturen sorgte. Sollen die Seen jedoch begehbar werden, muss es kalt sein. Als Mass für das Zufrieren von Seen dienen die sogenannten Kältegradtage. Damit sind Tage gemeint, die im Durchschnitt eine Temperatur unter null aufweisen. Jedes zusätzliche Grad unter null wird dabei als weiterer Kältegradtag gezählt. Zum Mitrechnen: Ein Tag mit durchschnittlich 2 Grad und ein Tag mit –3 Grad im Schnitt sind fünf Kältegradtage, obwohl sie nur zwei mal 24 Stunden umfassen.

Die Eisstruktur zeigt, ob es hält

Der Zugersee brauche zirka 170 Kältegradtage zum Zufrieren, weiss Urs Brandenberg. «Dass in dieser Saison noch ein grösserer See zufriert, ist sehr unwahrscheinlich. Der Januar war einfach zu warm.» Brandenberg ist Wetterexperte und interpretiert überregionale Wetterphänomene für den Kanton Zug. Da Wasser mit 4 Grad Celsius die höchste Dichte aufweist, schichtet sich der See von unten her mit 4 Grad warmem Wasser auf. Sobald der ganze See 4 Grad warm ist, sammelt sich an der Oberfläche kälteres Wasser an, das nun schnell gefriert.

Ob überhaupt und wann ein See für die Bevölkerung begehbar ist, entscheidet die Seepolizei in Absprache mit den Gemeinden. Die Seepolizei beurteilt ausschliesslich den Sicherheitsaspekt. Das letzte Wort hat aber die Gemeinde. Wenn das Eis fester wird, nimmt die Seepolizei regelmässig Eisproben, um die genaue Belastbarkeit der Eisdecke zu ermitteln. Dazu sägt sie ein Stück Eis heraus und ermittelt anhand der Struktur die Stärke des Eises. Wer Eisflächen betritt, die nicht offiziell freigegeben sind, spielt mit seinem Leben. Es herrscht akute Ertrinkungsgefahr.

Spontaneität gegen Konzept

Die betroffenen Gemeinden sind auf eine allfällige «Seegfrörni» vorbereitet. Steinhausen verfügt beispielsweise über ein festes Konzept für den Fall, dass der Steinhauser Weiher zufriert.

Ganz anders ist es in Unterägeri, erzählt Patrick Sigrist, Leiter Sicherheit der Gemeinde. Die Gemeinde verlässt sich in Sachen kulinarischer Unterhaltung im Falle eines zugefrorenen Sees auf die spontane Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen. Letztes Mal vor acht Jahren habe dies auch ganz gut geklappt. «Man ist halt noch sehr ländlich hier und hat gute Kontakte zu den Vereinen.», sagt Sigrist. Zum Einsatz werden diese Kontakte aber kaum kommen: Dass auch nur schon kleine Weiher in dieser Saison noch zufrieren, ist sehr unwahrscheinlich.

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