WINTER: Grüne Pracht auf den Pisten

Weit und breit keine Spur von Schnee: Darunter leiden auch die Zuger Skigebiete. Fallen aber die Flocken, kann es sofort losgehen.

Andrea Muff und Carmen Rogenmoser
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Arlette und Röbi Findeisen geniessen ihren Kaffee an der Sonne. (Bild: Ariane Hürlimann (Raten, 28. Dezember 2016))

Arlette und Röbi Findeisen geniessen ihren Kaffee an der Sonne. (Bild: Ariane Hürlimann (Raten, 28. Dezember 2016))

Andrea Muff und Carmen Rogenmoser

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Am Lindenberg in Menzingen steht der kleine Skilift still. Die Langlaufloipe ist wegen Schneemangels ebenfalls nicht geöffnet. Fredy Abächerli, Loipenchef und Vorstandspräsident des Skiklubs Menzingen, sagt: «Bei uns ist man höchstens mit Rollskis auf der Loipe unterwegs.» Man könne sich aber auch mit Joggen, Wandern oder Spazieren fit halten, denn «bei uns scheint die Sonne», erklärt Abächerli lachend. «Sobald der Schnee kommt, sind wir bereit», versichert er. Dann werde die Loipe präpariert, und der Skilift wird geöffnet. «Wir sind flexibel.»

Mit dem gleichen Schicksal hadern momentan auch die kleinen Skigebiete im Ägerital. «Langsam werden wir etwas ungeduldig», sagt etwa Jürg Rogenmoser, Präsident der Skilift Raten AG in Oberägeri, stellvertretend für viele Verantwortliche, Betriebsleiter und freiwillige Helfer. Die Vorbereitungen seien optimal verlaufen. Seit Ende November ist das Team bereit. Fällt Schnee, müssten nur noch die Pisten präpariert werden. Einfach ist die Situation aber nicht, auch finanziell: «Es ist leider so, dass der fehlende Umsatz nicht mehr aufgeholt werden kann», so Rogenmoser. Weil die Fixkosten aber nicht so hoch seien und bisher keine Lohnkosten entstanden seien, könne die Durststrecke überwunden werden. Einen Trost gibt es auf dem Raten: «Der Kiosk ist geöffnet. Man kann die wunderschönen Wege auch ohne Schneeschuhe absolvieren.»

Suche nach Alternativen läuft

Ebenfalls genaustens verfolgt wird der Wetterbericht von Sandro Näf, Vizepräsident und Kassier des Skiclubs St. Jost, Oberägeri. Am 2. Januar steht traditionsgemäss die Letters­rain-Trophy auf dem Programm – ein Plauschrennen mitten im Dorf – und am 15. Januar das Zigerhüttli-Rennen. Genauso wie die Ski- und Snowboard-Kurse wurden die Rennen im Januar eingeplant. «Dann ist es eher schneesicher.» Die Hoffnung gibt Näf nicht auf. Doch auch er muss zugeben: «So richtig in Winterstimmung bin ich selber nicht.» Trotzdem wäre es schade, die beiden Anlässe abzusagen. Immerhin locken sie viele Zuschauer an.

Seit Anfang Dezember wartet man auch in Unterägeri auf die weisse Pracht. Mark Grüring, Verwaltungsrat Skilift Nollen AG, versichert: «Die Anlage ist bereit, allein es fehlt der Schnee.» Das Personal stehe auf Abruf. Dass die momentan warmen Temperaturen ein Loch in die Kasse reissen, bejaht Grüring: «Es liegt auf der Hand, dass ein kleines Skigebiet finanziell darunter leidet, wenn es über die Feiertage keinen Schnee hat.» Das Nollenstübli hat geöffnet: «Viele Wanderer und Spaziergänger nutzen diese Gelegenheit und geniessen einige Stunden an der Sonne», sagt Grüring. Um die schneearme Zeit künftig besser überbrücken zu können, wurde im vergangenen Herbst eine Arbeitsgruppe gebildet. «Diese hat zum Ziel, die Attraktivität der Anlage an die veränderten wetterbedingten Verhältnisse anzupassen und somit das Fortbestehen zu gewährleisten.» In der zweiten Hälfte 2017 werde darüber informiert. Denn: «Es ist und bleibt das erklärte Ziel, dass auch kommende Generationen von Schneesportlern das Skifahren und Snowboarden in Unterägeri erlernen können.»