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WINTERDIENST: Er ist um die richtige Prise Salz bemüht

Die orangen Streufahrzeuge stechen aus dem Verkehr hervor. Die Fahrer brauchen einen wachen Blick wie Thomas Furrer vom Werkhof Zug unter Beweis stellt.
Nicht nur mit Salz geht er dem Schnee an den Kragen: Werkhof- mitarbeiter Thomas Furrer. (Bild: Stefan Kaiser)

Nicht nur mit Salz geht er dem Schnee an den Kragen: Werkhof- mitarbeiter Thomas Furrer. (Bild: Stefan Kaiser)

Lionel Hausheer

Oftmals herrscht starkes Schneetreiben, wenn der Winterdienst der Stadt Zug mit seinen kleinen und grösseren Vehikeln gefragt ist. Der Fahrer steuert mit einem kleinen Joystick den Pflug an der Front des Fahrzeugs, gleichzeitig muss der Salzstreuer an die Situation stetig angepasst werden. Die schlechte Sicht macht es nicht eben einfacher. «Man muss schon sehr konzentriert sein», weiss Thomas Furrer, Mitarbeiter beim Werkhof Zug, aus Erfahrung.

Er sitzt im schaukelnden Führerhaus eines Salzlastwagens. Heute fährt Thomas Furrer aber ohne Pflug. Er fährt die Stadtzuger Strassen ab, um eventuell aufkommende Glätte frühzeitig mit Salz zu bekämpfen. Für die Einstellung der genauen Dosierung steht ein kleiner Computerkasten mit grün leuchtendem Display neben Thomas Furrers Armlehne. Mit konzentriertem Blick lenkt er das grosse Gefährt durch enge Strassen und reguliert dabei unentwegt die Salzmenge, meist ohne das Display anzuschauen. «Wir streuen das Salz immer der Situation angepasst. Jetzt zum Beispiel streuen wir nur etwa 8 Gramm pro Quadratmeter auf 8 Meter Strassenbreite.» Unkontrolliertes Salzen mit Höchstmengen, das mache man schon lange nicht mehr.

Das Tempo ist Teil der Arbeit

Grundsätzlich mag Thomas Furrer den Winter. Und das Schneeräumen mache mehr Spass, wenn es richtig stark schneie. «Wenn man sieht, dass die Strassen schwarz geräumt sind, ist das schon eine Befriedigung. Man weiss, was man gemacht hat.» Es könne einen aber auch zur schieren Verzweiflung treiben, wenn es die Menge an Schnee gleich wieder hinwerfe, die man gerade abtransportiert habe.

Der Lastwagen fasst zirka 6 Kubikmeter Salz. In schneereichen Zeiten reicht das für drei bis vier Tage intensiven Betrieb aus. Bei solchen Einsätzen fährt man bis zu 300 Kilometer mit einer Geschwindigkeit von 20 bis höchstens 60 Kilometer pro Stunde. Das Tempo des Lastwagens ist praktisch vorgegeben. Zu schnelles oder zu langsames Fahren wird durch den Computer, der die Salzmenge reguliert, mit Piepsen bestraft. Beim Pflügen ist schnelles Fahren ebenfalls aus praktischen Gründen schlicht nicht sinnvoll. Spritzt der Schnee doch bei zu hohem Tempo an die Häuserfassaden.

Sauber geputzt heisst weniger Salz

Bei trockenen Passagen reduziert Thomas Furrer sofort die Streumenge. Er scannt mit seinem Blick unentwegt die Strasse vor sich. Manchmal, bei entsprechendem Wetter, bis zu 6 Stunden am Stück. Stellen, an denen wegen des angehäuften Schnees Schmelzwasser auf die Strasse läuft, das dann nachts gefriert, sind gefährlich. «Genau wegen solcher Stellen müssen wir dann nachts wieder raus. Wir versuchen aber diese Schneehaufen bereits am Tag abzutransportieren. Je sauberer am Tag zusammengeräumt wird, desto weniger muss man nachts nachsalzen.» Den Schnee dürfte man eigentlich noch innerhalb von 72 Stunden in den See werfen. Der Werkhof Zug benutze aber im Rank ein Depot, in dem der Schnee dann vor sich hinschmelzen könne, erzählt Thomas Furrer. Das Schmelzwasser wird dann in der Kläranlage vom Salz befreit.

«Ich mach das ja nicht für mich»

Wir biegen von der Ägeristrasse in die Fadenstrasse ein. Eine Fussgängerin blinzelt erschreckt in die Scheinwerfer. Thomas Furrer hält an, und die Fussgängerin geht zur Seite. Sie lacht und winkt in Richtung Fahrerkabine. «Es gibt immer wieder Leute, die Freude haben und grüssen. Es gibt aber halt auch die anderen.» Thomas Furrer winkt lächelnd zurück. Was nervt denn am meisten? «Autofahrer», antwortet Thomas Furrer und lacht. Natürlich nur einige. Solche, die überholen und unanständige Gesten machen. «Ich bleibe immer freundlich. Man kann ja schon seinen Teil denken. Aber schlussendlich mach ich das ja nicht für mich.»

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