WINTERWETTER
Zug schält sich aus den Schneemassen

Die starken Schneefälle der vergangenen Tage stellten Verkehrsbetriebe, Polizei und Werkdienste vor grosse Herausforderungen.

Cornelia Bisch
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Wie auf diesem Bild aus dem Jahr 2019 stehen die Mitarbeiter der Zugerland Verkehrsbetriebe ZVB auch in diesen Tagen bis zur Hüfte im Neuschnee und schaufeln das Trassee frei.

Wie auf diesem Bild aus dem Jahr 2019 stehen die Mitarbeiter der Zugerland Verkehrsbetriebe ZVB auch in diesen Tagen bis zur Hüfte im Neuschnee und schaufeln das Trassee frei.

Bild: PD

Frau Holles ungezügelte Arbeitswut während der letzten beiden Tage liess zwar Kinderherzen höher schlagen, bereitete aber Transportbetrieben, Polizei und Werkdiensten schlaflose Nächte. Die Zuger Polizei meldete am Freitagmorgen, 15. Januar, bereits neun Verkehrsunfälle. Die Zugerbergbahn steht still. «Wir sind noch immer dabei, das Trassee der Bahn in Handarbeit freizuschaufeln», informiert Karin Fröhlich, Mediensprecherin der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB).

Die Bahn stellte am frühen Donnerstagabend, 14. Januar, ihren Betrieb ein. Die Räumungsarbeiten dauern noch bis mindestens Samstagmittag an. Die aktuelle Lage ist auf der Website www.zbb.ch publiziert. Reisende werden dazu angehalten, sich über die aktuelle Situation zu informieren. «Für die Grunderschliessung des Zugerbergs sind Ersatzbusse im Einsatz, die via Allenwinden verkehren», berichtet Fröhlich. «Wir weisen darauf hin, dass die Strassen auf den Zugerberg schneebedeckt sind. Wegen der Schneemengen am Strassenrand kann es beim Kreuzen eng werden.» Der Schlittelweg ist geschlossen. «Wir unternehmen alles, um baldmöglichst wieder einen sicheren Bahnbetrieb auf den Zugerberg aufnehmen zu können», betont Fröhlich.

Familie Straumann (Tobias Straumann und Claudia Straumann mit Kind Kaia) bauen einen Schneemann am Quai in Zug.
14 Bilder
Luca Bächler und seine Freunde haben im Berglipark in Zug eine Schanze gebaut.
Teilweise sind Äste abgebrochen wie hier im Berglipark in Zug.
Die Brasilianerin Fabiana Assis Severino geniesst den Neuschnee in Zug.
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Familie Straumann (Tobias Straumann und Claudia Straumann mit Kind Kaia) bauen einen Schneemann am Quai in Zug.

Bild: Matthias Jurt (Zug, 15. Januar 2021)

Busse mit Schneeketten

Der Busbetrieb hingegen habe trotz der ergiebigen Schneefälle mehrheitlich aufrechterhalten werden können. Die Busse der Linie 11 hätten am Freitagvormittag, 15. Januar, den steilen Anstieg zwischen Casino und Schönegg mit Schneeketten bewältigt. «Einzelne Haltestellen oder Streckenabschnitte konnten zeitweise nicht angefahren werden, bis die Räumungsarbeiten erfolgt waren», so Fröhlich. Ansonsten sei es zu keinen nennenswerten Unterbrüchen oder Zwischenfällen im Busverkehr gekommen. «Die Fahrgäste mussten jedoch mit Verspätungen rechnen.»

Zugverspätungen und -ausfälle

Der starke Schneefall in den vergangenen 24 Stunden hat auch den Personenverkehr auf der Schiene beeinträchtigt. Einige Stadtbahnzüge verkehrten mit grosser Verspätung oder mussten ganz gestrichen werden. Dies geschah zum Teil auch deshalb, weil Züge des Fremdenverkehrs verspätet unterwegs waren. In den Stadtbahnzügen war verschiedentlich zu hören, der ganze Bahnverkehr in der Schweiz sei wegen des Schneefalls beeinträchtigt. Die Bahninformations-Website für Störungsmeldungen www.sbb.ch/166 war zeitweise nicht zu erreichen. Bis sich der Bahnverkehr wieder stabilisiert, dürfte es Freitagabend werden.