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Winzer freuen sich über ein Rekordjahr

Der trockene, heisse Sommer beschert den hiesigen Winzern eine besonders reiche Ernte. Die Sonnentage sind auch für die zu erwartende, hervorragende Qualität verantwortlich. Weinliebhaber können sich auf eine toskanische Note einstellen.
Cornelia Bisch
Winzer Konrad Burch, Präsident der Rebbaugenossenschaft Steinhausen, überprüft die Traubenqualität. (Bild: Werner Schelbert (7. September 2018))

Winzer Konrad Burch, Präsident der Rebbaugenossenschaft Steinhausen, überprüft die Traubenqualität. (Bild: Werner Schelbert (7. September 2018))

Des einen Freud ist des anderen Leid. Während der extreme Hitzesommer der Viehhaltung arg zusetzte, dürfen sich die Weinbauern über eine Rekordernte freuen. Diese steht kurz bevor. «Ich schwebe auf Wolke sieben», lautet der überschwängliche Kommentar von Beat Felder, Rebbaukommissär der Zentralschweizer Kantone. «Im Bezug auf die Ertragslage hat es im Kanton Zug noch nie ein so gutes Jahr gegeben.»

Es hätten Verhältnisse geherrscht wie in der Toscana, schwärmt er weiter. «Ab Mitte April war es fast immer sonnig und warm, abgesehen von einigen Regentagen, die gut taten. Es sieht sensationell aus.» Es sei eine Riesenfreude für Winzer und Weintrinker. «Aus dem Kanton Zug werden sie Wein bekommen wie aus Italien. Manche Kenner werden erstaunt und sehr positiv überrascht sein.» Die Traube sei eine Pflanze, die Trockenheit gewohnt sei. «Die Rebstöcke müssen jedoch ein gewisses Alter aufweisen und tief verwurzelt sein. Pflanzen, die weniger als fünf Jahre alt sind, haben diesen Sommer sicher gelitten und mussten teilweise vielleicht sogar bewässert werden.»

Die zu erwartende Topernte, welche gut und gerne doppelt so umfangreich ausfallen könnte, wie in regulären Jahren, sei auch aufgrund des Frostes im Frühling 2017 zustande gekommen. «Auf ein mageres folgt meist ein sehr fruchtbares Jahr.» Dies bestätigt auch Winzer Konrad Burch, Präsident der Rebbaugenossenschaft Steinhausen. «Die Reben haben gut kompensiert. Das heisst, dass wir dieses Jahr von einem Vollertrag ausgehen.»

Dank Frost und halber Ernte war die Qualität des Weines im 2017 aussergewöhnlich hoch. «Dieses Jahr nun bekommen wir dank der Witterung beides, einen Topertrag in Topqualität», erklärt Beat Felder. Er wage zu prophezeien, dass der Jahrgang 2018 an den Jahrhundertwein von 2003 herankommen werde.

«Da wir noch junge Rebstöcke haben, erreichen wir diesen Herbst zum ersten Mal eine Vollernte», freut sich auch Winzer Philipp Hotz aus Deinikon. «Die Öchslewerte sind bereits sehr hoch, es wird jedoch noch abgewartet, bis die Trauben die richtige physiologische Reife erreichen.» Mengenmässig gebe es einen normalen Ertrag, da dieser auf dem Hotzenhof jeweils bewusst begrenzt wird. «Wir entfernen Trauben vom Rebstock, um eine möglichst hohe Qualität zu erzeugen.»

Kaum Krankheiten und Schädlinge

Die Hitze verhinderte auch, dass Krankheitserreger oder Schädlinge sich übermässig entwickeln konnten. Dafür gibt es mehr Wespen», stellt Konrad Burch fest. Aber diese schaden den Trauben nicht, sind lediglich bei der Weinlese lästig.

Die weissen Trauben sind nun zur Ernte bereit. «Nächste Woche geht’s los», berichtet Beat Felder weiter. «Der Solaris wurde bereits geerntet. Jetzt folgen der Riesling Silvaner und schliesslich der Johanniter. Bereits Ende September wird die Ernte abgeschlossen sein.» Den Zuckergehalt in Öchslegraden misst der Fachmann gar nicht erst. «Der wird sowieso super sein.» Der Öchslegrad sei aber nicht allein massgebend. «Entscheidend für die Ernte ist der Reifegrad der Traube. Sie muss noch genügend Säure aufweisen, damit der Wein gut wird.» Der Rebbaukommissär fördert den Rebbau im Kanton Zug gezielt, weil er davon überzeugt ist, dass sich die Verhältnisse im Zuge der Klimaerwärmung für den hiesigen Rebbau in den letzten Jahren wesentlich verbessert haben. Eine Überproduktion werde es nicht geben, so der Fachmann. «Beim Wein ist die Nachfrage grösser als das Angebot. Es wird den Bauern gut tun, wieder einmal ihre Keller auffüllen zu können.» Die Rebbaugenossenschaft Steinhausen habe bisher keine Probleme gehabt, den «Erli-Wy» abzusetzen, bestätigt auch Konrad Burch. «Wir hoffen, dass wir auch bei der zu erwartenden Menge in diesem Jahr keine Schwierigkeiten haben werden.» Einige Restaurants gehören zur Kundschaft der Winzer. «Für den Handel sind unsere Mengen viel zu klein.» Man findet die guten Tropfen jedoch an den Weinausstellungen in Steinhausen und Baar. «Wir freuen uns, dass wir dieses Jahr mehr Leute mit unserem Wein erfreuen können», so Burch. Denn bisher mussten die Winzer ihre Kunden manchmal auf später vertrösten. Dank der Vollernte kann dieses Jahr sogar wieder der beliebte «Erli-Schämpis» hergestellt werden.

«Eine so gute Ernte freut mich als Winzer», sagt Philipp Hotz abschliessend. «Es ist ein schönes Gefühl, in den Rebberg zu schauen und die gesunden, bald reifen Trauben zu sehen.»

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