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«Wir glauben an unser Können»

Der 3.-Liga-Aufsteiger FC Hünenberg ziert mit Baar die Tabellenspitze. Joel Kaufmann zu den Erfolgsfaktoren.
Martin Mühlebach
Optimistisch: Mittelfeldspieler Joel Kaufmann. Bild: Patrick Hürlimann (Hünenberg, 25. September 2019)

Optimistisch: Mittelfeldspieler Joel Kaufmann. Bild: Patrick Hürlimann (Hünenberg, 25. September 2019)

Der erst 21-jährige Joel Kaufmann trägt seit dem Besuch der Fussballschule ununterbrochen die Farben des FC Hünenberg. Ein erstes Erfolgserlebnis feierte er als A-Junior mit dem Aufstieg in die 1. Stärkeklasse, unmittelbar vor der Aufnahme ins Fanionteam, dem er seit der Saison 2017/18 angehört. Im ersten Jahr als 4.-Liga-Spieler nahm er an der Aufstiegsrunde zur 3. Liga teil, ohne zu reüssieren.

Eine Saison später, nachdem Joels Vater Martin Kaufmann das Amt des Sportchefs übernommen hatte, klappte es – der FC Hünenberg kehrte im vergangenen Sommer nach einer längeren Durststrecke wieder in die 3. Liga zurück. Dazu Joel Kaufmann: «In der aus zehn Teams bestehenden Aufstiegsrunde bezogen wir im ersten Spiel – ausgerechnet bei der Einweihung unseres neuen Kunstrasens – eine 1:2-Niederlage gegen Erstfeld. Im Nachhinein war diese Niederlage im richtigen Moment ein Schuss vor den Bug, der uns wachrüttelte.»

Grosses Lob für das Trainergespann

In der Folge stieg Hünenberg mit zwei Unentschieden und sechs Siegen als 4.-Liga-Meister in die 3. Liga auf, wo das Team von Spielertrainer Eloy Aneas nach fünf Runden mit 13 Punkten gemeinsam mit dem meistgenannten Aufstiegsfavoriten Baar die Tabellenspitze ziert. Joel Kaufmann nennt gleich mehrere Erfolgsfaktoren: «Unser Kader erfuhr nach dem Aufstieg nur geringe Veränderungen. Zwei Abgänge wurden durch vier Neuzugänge mehr als nur kompensiert. Wir haben nun eine aus 23 Mann bestehende Truppe, die selbst nach einem 0:2-Rückstand nicht aufgibt. Wir haben einen ausgezeichneten Teamgeist, wir glauben stets an unsere Stärke und an unser Können. Als wir zum Beispiel gegen das starke Sins mit zwei Toren in Rückstand lagen, erkämpften wir uns noch ein 2:2-Unentschieden.»

Joel Kaufmann, der am vergangenen Wochenende als gelernter Mittelfeldspieler beim 3:0-Sieg über Steinhausen als linker Flügel auflief, bezeichnet Spielertrainer Eloy Aneas und seinen Assistenten Milan Saric als einen weiteren Erfolgsfaktor. Zum einen seien es die grosse Trainingsintensität, welche das Trainergespann über 90 Minuten durchziehe, zum anderen das psychologische Fingerspitzengefühl, mit dem Eloy Aneas, der ehemalige 1.-Liga-Spieler von Kickers Luzern, ausgestattet sei. «Er geht aktiv auf uns zu, er spricht viel mit uns und er merkt sofort, wenn jemanden der Schuh drückt. Mit seinem psychologischen Geschick versteht er es ausgezeichnet, seine Truppe bei Laune zu halten – und er wird ernst genommen, wenn er etwas sagt.» Dazu komme, dass Aneas seine Doppelrolle als Spielertrainer und Goalgetter auf überzeugende Art und Weise interpretiere.

Die Lektion seines Lehrers

Sportchef Martin Kaufmann und seine Söhne Joel (21) und David (25), der nach einem längeren Studienaufenthalt in Mexiko von der 2. Mannschaft ins Fanionteam zurückgekehrt ist, fachsimpeln zusammen oft über Fussball. «Hin und wieder auch zum Leidwesen meiner Mutter Irène und meiner Schwester Debora», schiebt Joel verschmitzt lächelnd nach. Dankbar erwähnt er: «Meine Eltern haben uns Werte wie Ehrlichkeit, Anstand, Toleranz und Pünktlichkeit vermittelt.» Erfolgreich, mit einer Ausnahme. Joel Kaufmann gesteht: «An der Pünktlichkeit musste ich noch arbeiten. Am ersten Schultag meiner kaufmännischen Berufsmatura kam ich fünf Minuten zu spät.» Der Lehrer habe ihm eine lehrreiche Lektion erteilt, indem er gesagt habe: Es gibt nur eine Chance für den ersten Eindruck – und die haben wir nun bereits gehabt.»

Joel Kaufmann hat den Wink seines Lehrers verstanden, er kam danach immer pünktlich zur Schule. Und pünktlich ist er nun auch, wenn er sich mit seinen Kollegen zum Volleyballspielen in der Badi Hünenberg oder zu einer Gummibootsfahrt auf der Reuss verabredet. Er möge das Zusammensein mit aufgestellten, positiv denkenden Menschen. Unehrlichkeit verabscheue er zutiefst. Unstimmigkeiten sollten direkt angesprochen und offen und ehrlich von Angesicht zu Angesicht bereinigt werden, betont Joel Kaufmann. In diesem Zusammenhang schwärmt er von seinem viermonatigen Aufenthalt in Australien, wo er fantastische Landschaften gesehen und den lockeren Lebensstil der offen miteinander umgehenden Menschen genossen habe.

Hünenberg empfängt am Sonntag Weggis

Am Sonntag (14 Uhr, Ebnet) empfängt der FC Hünenberg den Weggiser SC, der am Tabellenende liegt und dringend auf die ersten Punkte angewiesen ist. Joel Kaufmann warnt: «Wir dürfen Weggis nicht unterschätzen. Es wird wichtig sein, dass wir von Beginn an hellwach sind und dem Spiel den Stempel aufdrücken.» Wenn das gelingt, wird der bisher positiv überraschende Aufsteiger Hünenberg weiterhin zusammen mit Baar – oder gar als alleiniger Leader – die Tabelle der 3.-Liga-Gruppe 1 anführen.

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