Wir Milizsoldaten leisten unseren Beitrag

«Der Coronaeinsatz und seine Folgen», Ausgabe vom 17. April

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«Der Feuerwehrmann überlegt sich auch nicht, wenn er das lichterloh in Brand stehende Haus vor sich sieht und es rasch möglichst löschen will, ob er den kleinen oder den grossen Schlauch nehmen soll!» Sinngemäss ist die Aussage von Brigadier Droz, Stabschef Kommando Operationen, die er in Bern anlässlich einer Pressekonferenz machte.

Als der Bundesrat die letzte Sicherheitsreserve der Schweiz  – nämlich unsere Armee – mobilisiert hat, wusste man nicht, wie sich die Krise entwickeln würde. Hätte man zu wenige Bürgersoldaten aufgeboten, wäre die Linke über die Armee hergefallen. Nun, da man – getreu der Maxime der Konzentration der Kräfte – mit der grossen Kellen angerichtet hat, ist es auch wieder nicht gut und es wird medial aufgebauscht, dass es den Soldaten an Beschäftigung mangle.

Als Chef Mobilmachung der Territorialdivison 3, welche die Gebietsverantwortung für die Kantone Tessin, Graubünden, Uri, Schwyz und Zug innehat, ist es mir ein grosses Bedürfnis der Leserschaft mitzuteilen, dass wir Milizsoldaten ruhig und diszipliniert unsere Aufträge wahrnehmen, pflichtbewusst ausführen und so einen massgeblichen Beitrag zur Entspannung in der Covid-19-Krise beitragen. Eine positive Wahrnehmung der tollen geleisteten Arbeit wäre wünschenswert. Das «System Armee» ist ein Gesamtsystem und funktioniert deshalb so gut, weil es auf sehr viele Bedrohungsszenarien anwendbar ist. Tagtägliche Einsätze wie die Wahrung der Lufthoheit und den damit verbundenen Kontrollen des Luftraumes, als auch der Einsatz in besonderen Lagen wie bei Technologie- oder Umweltkatastrophen oder der aktuellen Pandemie zeigen uns eindrücklich, wie gut die Armee für das Wohl unserer Bevölkerung sorgt. Tragen wir dem Gesamtsystem Armee grosse Sorge, es ist in der Tat unsere letzte Sicherheitsreserve, die sich ausschliesslich aus dem eigenen Budget finanziert – ohne Anschubfinanzierungen oder Sonderkredite – und ohne dass anderswo, etwa in der Bildung oder in der Altersvorsorge gespart werden müsste.

Daniel Gruber, Oberst, Zug