Lesebrief
Wir sollten die Zeit wahrnehmen und nutzen

Gedanken zum Hier und Jetzt in der Pandemie

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Heute, eine kurze Zeitspanne in einer verglichen mit den Hunderttausenden von Jahren, in denen Leben auf der Erde existiert. In dieser Zeit vergessen wir zu oft, dass unser Leben nur in wenigen Jahrzehnten gelebt werden kann. Menschen nehmen sich wichtig, spielen sich auf, dominieren Lebenszeiten anderer, ohne sich selbst der eigenen Winzigkeit bewusst zu werden, die sie eigentlich für die Zeit Wert sind. Eigene Ansichten werden über andere, die einen etwas anderen Lebensplan für sich in Anspruch nehmen, übergezogen und sie werden ausgegrenzt, oder noch schlimmer, für die Andersartigkeit ihres Daseins bestraft.

Sämtliche Tricks werden angewandt, um die eigenen Ansichten von «Das ist Leben» durchzusetzen. Heute, diese kurze Zeitspanne, in der ich jetzt atme, lebe, lese, nachdenke. Dieses Heute kann ich nicht festhalten, es ist vorbei, in dem Moment, in dem ich darüber nachdenke. Es wird vom Storm der Zeit weggespült und lässt sich nicht zurückholen, nicht mehr verändern – es ist – gewesen – und meinem direkten Zugriff entzogen.

Was ich im Heute versäume, versäume ich immer, auch wenn ich es nachhole, dann ist morgen und ich habe es heute nicht getan. Wann fallen die Entscheidungen im Leben? Heute, und wenn wir eine Entscheidung auf morgen verschieben, ist es wieder ein neues Heute. Und irgendwann ist der Zeitpunkt da, an dem man der Vergangenheit nachtrauert, weil mal im früheren Heute nicht das getan hat oder tun konnte, was man hätte tun sollen.

Interessant ist es, wenn man Menschen zuhört: Junge reden von der Zukunft, Alte von der Vergangenheit. Doch welche Zeiten erleben wir wirklich? Es kann nur das kleine Stück Zeit «Jetzt» sein, welches ich zur Verfügung habe und ich bestmöglich nutzen sollte.

Und da wir nicht wissen können, was morgen ist, unser Leben endlich ist, sollten wir die einzige Zeit, die uns wirklich gehört, wahrnehmen und nutzen.

Silvio Zimmermann, Unterägeri

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