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Leserbrief

Wir wären wieder so weit

Zur Diskussion über die politische Korrektheit und allfällige Auswirkungen auf die Gesellschaft

Erich Kästner, Kurt Tucholsky, die Räuber, Thomas Mann, Behinderte, Wilhelm Tell, abstrakte Kunst, Bauhaus, Swing, Wassily Kandinsky, Ernst Ludwig Kirchner, Paul Klee, Oskar Kokoschka, waren nicht Deutsch, sie waren entartet.

Meine Damen und Herren, ersetzen wir doch «entartet» durch «nicht politisch korrekt» und wir merken, wir wären wieder so weit. Eine Minderheit nimmt sich heraus, zu entscheiden, was richtig und was falsch, entartet ist.

Nur sind es dieses Mal nicht die Rechten, sondern die Linken und wie damals meinten es sehr viele eigentlich gut und wollten eine bessere Welt. Schauen wir dazu, dass es nicht wieder in einem Desaster endet und am Schluss nicht wieder Fanatiker die Oberhand gewinnen.

Man merkt die Angst aller vor den politischen Korrekten übrigens sehr gut. Zum Beispiel, wie die Medien mit den Leserinnen und Lesern umgehen. Die Leserkommentare werden zensiert, dass die Balken krachen.

Die Presse, die sich auch nach vielen Jahren Internet nicht damit arrangieren kann, dass das Sender-Empfänger-Prinzip längst nicht mehr in dem Masse gilt, wie es noch vor dem Internet der Fall, will kein Risiko eingehen und akzeptiert nur weichgespülte Kommentare.

Erste Anzeichen der Radikalisierung gibt es bereits in Zürich, wo ein Vorstoss von Gemeinderätin Susanne Brunner zurückgewiesen wird, weil er nicht gendergerecht geschrieben ist. Ein demokratisches Recht wird verwehrt, weil es der Sprachpolizei nicht passt.

Und was tun die Bürgerlichen? Man glaubt es nicht, sie unterstützen diese Frechheit und kommt jetzt bitte nicht mir der Ausrede, es sei in Zürich so Norm. Die Nürnberger Gesetze waren auch Norm. Welches demokratische Recht wird als nächstes von den politisch Korrekten mit Füssen getreten?

Ich warte darauf, bis wir, die wir zwar die Klimaänderung als Tatsache akzeptieren, aber leugnen, dass der Mensch Einfluss nehmen kann, ein Schreib- und Äusserungsverbot erhalten!

Michel Ebinger, Rotkreuz

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