Wird der Autobahn-Halbanschluss Rotkreuz weitergeplant? Am 28. Mai entscheidet der Kantonsrat

In der Richtplananpassung berät der Zuger Kantonsrat auch über den Halbanschluss Rotkreuz. Knatsch ist dabei vorprogrammiert.

Laura Sibold
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Ein Halbanschluss soll von der Buonaserstrasse gebaut werden. Ob das Projekt im kantonalen Richtplan festgesetzt wird, entscheidet sich am 28. Mai.

Ein Halbanschluss soll von der Buonaserstrasse gebaut werden. Ob das Projekt im kantonalen Richtplan festgesetzt wird, entscheidet sich am 28. Mai.

Maria Schmid (Buonas, 3. Juli 2018)

Es ist ein Thema, das in Risch seit Jahren für Diskussionen sorgt: der geplante Autobahn-Halbanschluss Rotkreuz Süd, welcher das Industriegebiet verkehrstechnisch entlasten soll. Für diesen ist eine Richtplanänderung nötig, über welche der Kantonsrat an seiner Sitzung von Donnerstag, 28. Mai, entscheiden soll.

Der Widerstand gegen das Strassenprojekt, dessen Bau letztlich in der Kompetenz des Bundesamtes für Strassen (Astra) liegt, ist gross. In Rotkreuz sind die Grünen sowie die IG Halbanschluss Nein mehrmals mit Kundgebungen und Unterschriftensammlungen auf die Strasse gegangen, bei einer Petition kamen Ende 2018 über 1000 Unterschriften zusammen. Die Parteien sind ebenfalls nicht einer Meinung, es kommt gar zu internen Spannungen. So ist der Entscheid etwa in der SVP-Fraktion umstritten und knapp ausgefallen. SVP-Fraktionschef Manuel Brandenberg betont, dass die SVP sich nun aber gegen den geplanten Halbanschluss Rotkreuz stelle.

«Wir haben den Eindruck, dass das nicht wirklich eine gute Lösung für die Verkehrssituation in Risch-Rotkreuz ist.»

Für einmal geht die SVP mit dieser Haltung Hand in Hand mit den Linken. Das Verkehrsproblem in Rotkreuz sei noch nicht so akut, dass man aufs Geratewohl noch mehr Strassen bauen sollte, sagt SP-Kantonsrätin Anna Spescha. Ihre Fraktion strebe eine nachhaltigere Lösung für Rotkreuz an. Das sieht auch die ALG so. «Durch den geplanten Autobahn-Halbanschluss wird Risch mit zusätzlichem Durchgangsverkehr belastet und die Sicherheit wird beeinträchtigt», sagt Fraktionschef Anastas Odermatt. Dieser Mehrverkehr erhöhe die Lärm- und Luftbelastung für die Anwohner und Sporttreibenden.

Die «Bügel»-Variante gerät in den Fokus

Der Rischer Gemeinderat sowie CVP und FDP stehen dem Halbanschluss mehrheitlich positiv gegenüber. «Risch hat ein grosses Verkehrsproblem und die Festsetzung erlaubt die weitere Planung mit dem Astra», so FDP-Fraktionspräsidentin Karen Umbach. CVP-Chef Thomas Meierhans betont, dass man dank der kantonalen Kommission für Raum, Umwelt, Verkehr einen vernünftigen Richtplaneintrag habe.

Meierhans spricht die Ergänzungslösung mit dem sogenannten «Bügel» an. Damit ist eine Umfahrungsstrasse vom Halbanschluss Rotkreuz Süd zum Kreisel Forren und allenfalls weiter ins Hünenberger Industriequartier Bösch gemeint. Die Kommission wollte diesen «Bügel» zuerst fix im Richtplan verankern, sieht aufgrund eines Antrages von Rischer Kantonsräten nun allerdings davon ab. «Der Bügel soll nur provisorisch als Zwischenergebnis festgelegt werden», sagt Kommissionspräsident Heini Schmid (CVP).

Hier soll der Halbanschluss hinkommen: Die Autobahn soll in Rotkreuz an die Holzhäusernstrasse angebunden werden, mit einem Bügel zur Industriestrasse und allenfalls weiter bis ins Industriequartier Bösch in Hünenberg.

Hier soll der Halbanschluss hinkommen: Die Autobahn soll in Rotkreuz an die Holzhäusernstrasse angebunden werden, mit einem Bügel zur Industriestrasse und allenfalls weiter bis ins Industriequartier Bösch in Hünenberg.

Visualisierung: PD

Bis 2023 soll die Regierung dem Kantonsrat einen Antrag zur weiteren Planung des «Bügels» unterbreiten. «Da der ‹Bügel› vom Durchgangsverkehr entlastet werden und nur für den öffentlichen Verkehr durchgehend befahrbar sein soll, ist diese Variante nun breit abgestützt», so Schmid. Entsprechend stellen sich neben der Kommission der Kanton, die Gemeinde sowie die Grundeigentümerin Roche hinter die Idee.

Projektaufschub um 15 Jahre wäre möglich

Die Aufnahme des «Bügels» als Zwischenergebnis dürfte am 28. Mai im Kantonsrat unbestritten sein. Die eigentliche Diskussion wird zum Richtplaneintrag des Autobahn-Halbanschlusses Rotkreuz Süd geführt. Denn dass dieser im Richtplan aufgenommen werden soll, ist für die Kommission unbestritten. Eine Festsetzung ist Voraussetzung dafür, dass der Bund mit einer Machbarkeitsstudie beginnt und das Projekt prüft.

Dafür kommt die Kommission den Gegnern in einem anderen Punkt entgegen. So solle mit dem Bau des Halbanschlusses an die A4 bei der Buonaserstrasse gewartet werden, bis der A4-Anschluss Küssnacht am Rigi im Fänn saniert ist. Das würde einen Aufschub um mindestens 15 Jahre bedeuten.