Leserbrief
Wird der Westen der Stadt abgehängt?

«Stadt Zug will Luftseilbahn prüfen», Ausgabe vom 17. April

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Am 17. April erschien in der «Zuger Zeitung» der Artikel über die Prüfung einer Luftseilbahn als Verlängerung der Zugerbergbahn nach Oberwil. Dabei wird erwähnt, dass der Kanton eine neue Linienführung der Busse prüft. «Es sei vorgesehen, dass nicht mehr die Buslinie 11 in die Schönegg fährt, sondern die Buslinie 7 aus Cham. Das Einzugsgebiet für umsteigefreies Fahren zur Talstation Schönegg würde so deutlich vergrössert, seht im Bericht.

Ich frage mich schon, was dies für ein neues, grösseres Einzugsgebiet wäre. Die Buslinie 7 fährt heute nicht mehr von Cham, sondern vom Chamerried durch das Industriegebiet Sumpf und bedient als Wohngebiete nur die Riedmatt, den Rank und den Lorzen. Weiter wird diese Linie immer als eine der ersten eingestellt, da sie nur schwach frequentiert ist. Dies war während des Esafs und jetzt mit dem angepassten Fahrplan durch die Coronamassnahme der Fall.

Wird jetzt mit dem Wegfall der Linie 11 das Herti-Quartier, die Gartenstadt und der Feldhof als bevölkerungsreiches Gebiet abgehängt? Was passiert mit der Linie 11 in Zukunft? Fährt diese wohl nur noch bis in den Postplatz und würde so nicht mehr als Durchmesserlinie vom Westen in den Süden der Stadt dienen?

Die jetzige Linie 7 fährt an den Sonntagen jeweils nicht. Gibt es ausgerechnet am frequenzstärksten Tag für den Freizeitverkehr auf den Zugerberg ein Flickwerk mit einer Linie 7 und 11?

Mit welchem Fahrplanwechsel würde denn die Verkehrsplanung des Kantons dies umsetzen? Dies würde mich und sicher auch andere Personen aus dem Westen der Stadt sehr interessieren.

Daniel Ritter, Zug


Wenn der Stadtrat von Zug mit Luftseilbahnen den Nahverkehr zwischen den Gemeinden attraktiver machen will, so ist das zu begrüssen. In den kolumbianischen Städten Cali und Medellin funktionieren solche Anlagen schon seit Jahren zur Zufriedenheit der vielen täglichen Benutzer.

Wenn der Stadtrat von Zug allerdings betont, ein solches System wäre städtebaulich, landschaftsschützerisch und technisch anspruchsvoll, will ich ihm das nur halb glauben, denn, so wie sich der grösste Teil der überbauten Flächen in der Stadt und dem Kanton Zug dem Betrachter präsentiert, gibt es nicht viel zu schützen. Das einzige Kriterium zur architektonischen Ausgestaltung ist nämlich überall das gleiche: die Monotonie der Rendite mit marktschreierischer Verdichtung und ihren Platz greifenden Leerstellen dazwischen.

Ansprechende Siedlungsqualität sähe anders aus!

Ruedi Beglinger, Allenwinden